Dienstag, 24.04.2012

„Jobkiller Gesundheitspolitik“: In Krankenhäusern fehlt eine Milliarde Euro – Hospitäler der Franziskus Stiftung bei Großveranstaltung präsent

Die Kliniken in Nordrhein-Westfalen versorgen mit hoher Qualität rund um die Uhr jährlich über vier Millionen Patientinnen und Patienten. Damit sind sie eine tragende Säule der medizinischen Versorgung in NRW. Trotz allem wird weiterhin bei den Kliniken gekürzt. „Die Schmerzgrenze der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser ist erreicht“, so die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). Der Dachverband ruft zu einer Großveranstaltung am 25. April in Düsseldorf auf. Beteiligt sind dabei auch Mitarbeiter aus Hospitälern der Franziskus Stiftung.

Lothar Kratz, Jochen Brink, Ingo Morell, Matthias Blum (KGNW).Klicken um Bild zu vergrößern

„Jobkiller Gesundheitspolitik“: Vor unverantwortlichen Folgen überzogener Sparmaßnahmen im Krankenhaussektor warnt der Vorstand der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW).

„Wir brauchen dringend eine nachhaltige und verlässliche Krankenhausfinanzierung, um den Patientinnen und Patienten weiterhin eine qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung ohne Billigmedizin, ohne Wartelisten und ohne Leistungseinschränkungen bieten zu können“, so die KGNW in einer Stellungnahme zur Situation der 404 Krankenhäuser im bevölkerungsreichsten Bundesland. Der Verband führt als Ursache für die wachsenden finanziellen Schwierigkeiten zahlreicher Kliniken die Tarifabschlüsse für den ärztlichen Bereich und für den öffentlichen Dienst an, die allein die Krankenhäuser in NRW mit 400 Millionen Euro belasten.

 

„Unsere Sorge ist, dass die Politik hier die Kliniken im Stich lässt und damit mehr als 6.000 Arbeitsplätze in den Krankenhäusern gefährdet“, so KGNW-Vizepräsident Jochen Brink. Ohne ausreichende Finanzierung liefen die Kliniken in die groteske Situation, einerseits freie Stellen für Ärzte und Pflegekräfte zu haben und gleichzeitig aus Finanzierungsnöten weitere Mitarbeiter nicht weiter beschäftigen zu können. Er fordert deshalb die Bundesregierung auf, schnell finanzielle Hilfen für die Krankenhäuser zu beschließen.

 

Gleichzeitig appelliert Brink auch an die NRW-Politiker, sich im Zuge der Landtagswahl am 13. Mai für die Umsetzung der Forderungen der Krankenhäuser aktiv in Berlin einzusetzen. Die 250.000 Beschäftigen in den nordrhein-westfälischen Kliniken erwarteten von den Kandidatinnen und Kandidaten zur NRW-Landtagswahl, dass sie die Belange der Krankenhäuser und ihrer Beschäftigten im Interesse einer qualitativ hochwertigen, wohnortnahen Patientenversorgung bei ihren Fraktionen auch auf Bundesebene vertreten.

 

Im Mittelpunkt der KGNW-Aktivitäten stehen als Forderungen das Ende der überzogenen Sparmaßnahmen, die vollständige Finanzierung der Tariflast in Höhe von 400 Millionen Euro durch einen Tarifausgleich sowie die sachgerechte Finanzierung der Personal- und Sachkostensteigerungen der Krankenhäuser durch die Einführung des vollen Kostenorientierungswertes ab 2013, der die allgemeine Kostenentwicklung in Krankenhäusern besser abbildet.

 

Die Hospitäler der Franziskus Stiftung in Nordrhein-Westfalen beteiligen sich aktiv an der Kampagne „Jobkiller Gesundheitspolitik“ der KGNW. Plakate und Informationsmaterialien in den Krankenhäusern machen auf die bedrohliche Lage aufmerksam. An der Großveranstaltung in Düsseldorf am 25. April nehmen Mitarbeiter mehrerer Hospitäler der Franziskus Stiftung teil.

 

Mehr unter http://www.kgnw.de/aktuelles/jobkiller_gesundheitspolitik/