Besondere operative Behandlungsverfahren:

Fast Track Chirurgie des Dünn- und Dickdarms

ein von dem dänischen Chirurgieprofessor Henrik Kehlet in den 90er Jahren entwickeltes Therapiekonzept zur Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes nach Dickdarmoperationen.
Dieses Modell, welches seit mehr als 10 Jahren bei uns zum Einsatz kommt, kombiniert verschiedene Behandlungsverfahren bei Patienten mit geplanten Dickdarmeingriffen. Kernpunkte sind dabei Verzicht auf spezielle Darmreinigung und Nüchternheit vor der Operation, komplette Schmerzausschaltung u.a. durch Anlage eines Rückenmark­katheters, früher Kostaufbau und sehr frühe und engagierte Mobilisation. Durch diese Maßnahmen gelingt es, den postoperativen Stress abzubauen, Komplikationen zu reduzieren und somit die Rekonvaleszenz zu beschleunigen, was bereits durch zahlreiche Unter­suchungen bestätigt werden konnte. Da dieses Vorgehen eine hohe Motivation und Disziplin des Betroffenen voraussetzt, ist das Konzept jedoch nicht für alle Patienten geeignet. (weiter... siehe Dünn- und Dickdarm, Rektumkarzinom)

minimal invasive Operationen der Speiseröhre

Seit dem Jahr 2008 setzen wir als eines der wenigen Zentren in Deutschland minimal invasive Operationsmethoden bei Eingriffen insbesondre bösartiger Erkrankungen der Speiseröhre ein, unabhängig von einer eventuellen Vorbehandlung mittels Chemo- und Strahlentherapie. Dabei kann auf eine große und schmerzhafte Eröffnung des rechten Brustkorbes verzichtet werden. Da die Übersicht im Vergleich zur offenen Operation deutlich verbessert ist, kann der Eingriff oft radikaler erfolgen. Ferner profitieren darüber hinaus vor allen ältere Patienten und Menschen mit vorbestehenden Herz- und Lungenerkrankungen  von diesem Vorgehen, da die Operation wesentlich schonender für die, Lunge, das Herz und den Körperkreislauf abläuft und die Erholungsphase nach der Operation erleichtert und verkürzt wird. (weiter Speiseröhre, Reflux) (Presseartikel zu Speiseröhre)

Neuromonitoring bei Operationen der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen

Bei Operationen im Halsbereich, vor allem bei Eingriffen an der Schilddrüse und den Nebenschilddrüsen, wird seit mehr als 10 Jahren regelhaft das sog. Neuromonitoring eingesetzt. Es handelt sich dabei um ein computergestütztes Messinstrument, mit dessen Hilfe während der Operation der Stimmbandnerv aufgesucht und überwacht werden kann, um Nervenverletzungen vorzubeugen. Insbesondre bei Zweiteingriffen im Halsbereich und bei bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse können damit bleibende Nervenschäden der Stimmbänder reduziert werden. (weiter... siehe Schilddrüse und Nebenschilddrüse)

transanale endoskopische Mikrochirurgie (TEM) des Mastdarms

Bösartige Geschwülste im Mastdarm bedürfen einer operativen Behandlung. Im Falle kleinerer Rektumkarzinome im sehr frühen Tumorstadium mit relativ gutartiger histologischer Differenzierung können diese durch den Analkanal hindurch operiert werden (TEM = transanale endoskopische Mikrochirurgie). Entscheidend für die Anwendung dieser speziellen OP-Technik sind das Ergebnis der Endosonografie (T1, Submukosabefall) und der feingewebliche Befund (Grading, G1-2). Dabei wird ein Teil der Rektumwand mit anhaftenden Lymphknoten entfernt. Der Bauchschnitt entfällt damit, ein künstlicher Darmausgang kann abgewendet werden, wenn die Schließmuskulatur nicht mitbetroffen ist. (weiter Rektumkarzinom)