Wissenschaft

Ein Rundgang durch das Modellzimmer

  • Ein hellbrauner Holztisch steht vor einer Wand mit eingebauten Aquarium. Vor dem Tisch steht ein Rollstuhl. Von dort blickt man zum Fenster hinaus in einen Garten. Der Tisch ist für das Frühstück gedeckt.Klicken um Bild zu vergrößern
  • Zwei bequeme Stühle aus rotem und weißem Kunststoff stehen an einem Tisch mit einem "Mensch ärgere Dich nicht Spiel". Eine Stehlampe gibt warmes Licht. An der rechten Wand hängt ein Bild mit einer großen Blume. An der linken Wand lehnt eine Gitarre.Klicken um Bild zu vergrößern
  • Links neben dem Patientenbett steht ein moderner grüner Kunststoffstuhl. Rechts neben dem Bett steht das Nachtschränkchen, darüber hängt ein Bild mit einer großen weißen Blüte. Die Wand ist in einem warmen beige Ton gestrichen.Klicken um Bild zu vergrößern

Leuchtturmprojekt Demenz

Funktions- und Raumentwicklungsstudie des St. Franziskus-Hospitals macht  Betreuungskonzept für geriatrische Patienten erlebbar.

Wie können ältere Menschen mit kognitiver Einschränkung, wie zum Beispiel einer Demenzerkrankung, nach einem operativen Eingriff im Krankenhaus optimal versorgt werden? Eine mögliche Antwort auf diese Frage gibt es zurzeit im St. Franziskus-Hospital: Professor Dr. Michael Möllmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin, präsentiert eine prototypische Funktions- und Raumentwicklungsstudie. Diese besteht aus dem maßstabsgetreuen Nachbau von Patientenzimmern mit integriertem Gruppenraum. Der Prototyp wurde mit dem Wissen aus dem im Hospital vorhandenen Betreuungskonzept für geriatrische Patienten und auf Grundlage der Erfahrungen der Mitarbeiter gestaltet. Der münsterische Architekt Professor Anton Markus Pasing unterstützte Professor Möllmann und sein Team bei der Umsetzung und Ausgestaltung des einzigartigen Modellraums.

Die Idee zum Bau des Prototyps entstand im Rahmen der Arbeit im  „Leuchtturmprojekt Demenz“. Ziel dieses vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projektes am St. Franziskus-Hospital ist es, die Demenz in die Therapie einzubeziehen und damit eine optimale Rehabilitation des Patienten zu erreichen. Für die Projektleiterin Dr. Simone Gurlit, Assistenzärztin an der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin, ist die Funktions- und Raumentwicklungsstudie die konsequente Fortführung des bestehenden Betreuungskonzeptes für geriatrische Patienten: „Unsere Erfahrung zeigt, dass insbesondere demenziell vorerkrankte Patienten nach einem Aufenthalt im Krankenhaus häufig Probleme haben, sich zu Hause wieder zurecht zu finden und zu genesen. Um das zu verhindern, sollten sie das Krankenhaus möglichst schnell verlassen und frühzeitig in das heimische Umfeld zurückgeführt werden. Eine fremde Umgebung und erzwungene Untätigkeit beschleunigen das Fortschreiten einer Demenzerkrankung.“ Wie diese Risikofaktoren bereits im Krankenhaus positiv beeinflusst werden können, macht der Modellraum-Prototyp erlebbar. Er verbindet eine wohnliche Atmosphäre mit vielen Elementen aus der häuslichen Umgebung und enthält zudem viele aktivierende Angebote. Untypisch für einen solchen Gemeinschaftsraum sind zum Beispiel die Kaffeemaschine, der Kühlschrank, der Tisch mit Gesellschaftsspielen oder das Aquarium am großen Gemeinschaftstisch. Auch die Schlafbereiche der Patienten sind im Modell mit viel Holz gemütlich gestaltet und bieten zudem die Möglichkeit, eine Betreuungsperson übernachten zu lassen. Farb- und Lichtkonzepte unterstützen die Genesung der Patienten. „Zentrales Element des geriatrischen Rehabilitationszimmers ist unser bestehendes Betreuungskonzept, das wir mit dem Geriatrie-Team fest etabliert haben: Erfahrene Altenpflegerinnen begleiten die Patienten vor, während und nach der Operation und sollen die Patienten auch im Gruppenraum betreuen, wo sie regelmäßig zu gemeinsamen Aktivitäten motivieren“, betont Dr. Gurlit. Das Geriatrie-Team, ebenfalls aus einem geförderten Modellprojekt entstanden und mittlerweile mit einem Förderpreis ausgezeichnet, besteht heute aus sechs Mitarbeiterinnen.

Um die Ausstattung des Modellraums realistisch und detailgetreu umsetzen zu können, erhielt das St. Franziskus-Hospital Leihgaben der Firmen Drapilux (Emsdetten), Vorwerk (Hameln), Joh. Stiegelmeyer (Herford), Ventana Möbel (Münster), Edison Lichtgalerie (Münster), Amstrong (Bietigheim-Bissingen) und dem Möbelhaus Finke (Münster).