Elektrophysiologie

Dr. Christian Reiner

Leiter der Sektion Elektrophysiologie
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
DGK-zertifiziert für „invasive Elektrophysiologie“, „aktive Herzrhythmusimplantate“ und „interventionelle Kardiologie“

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Elektrophysiologie / Rhythmologie

Die Elektrophysiologie beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung von Störungen des Herzschlages. Jeder normalen Herzkontraktion geht ein elektrischer Impuls des sogenannten Sinusknoten voraus, der über das  spezifische Reizleitungssystem des Herzens im gesamten Herzmuskel verteilt wird. Abweichungen vom normalen Pulsverhalten werden als Herzrhythmusstörungen/HRST bezeichnet.

Herzrhythmusstörungen können angeboren (z.B. das WPW-Syndrom, das Long-QT-Syndrom oder das Brugada-Syndrom) oder  erworben sein (z.B. durch Bluthochdruck, eine koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler), sie können mit Herzmuskelerkrankungen (z.B. bei HOCM/ARVC) vergesellschaftet sein, durch Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus, Elektrolytstörungen) oder durch Medikamente ausgelöst werden.

Man unterscheidet bradykarde Herzrhythmusstörungen (Pulsschlag dauerhaft oder phasenweise zu langsam, <50-60 Schläge/min) von  tachykarden Herzrhythmusstörungen (zu schneller Pulsschlag/Herzrasen; >100 Schläge/min). Typische Symptome der tachykarden  HRST sind ein Herzrasen oder –stolpern begleitet von Angstgefühlen, Leistungsschwäche, Brustschmerzen, Luftnot oder Schwindel bis hin zur  Bewusstlosigkeit.

Während bradykarde HRST meist durch eine Herzschrittmacherimplantation behandelt werden, ist zur Klärung tachykarder HRST oft eine elektrophysiologische Untersuchung indiziert. Je nach Ursprungsort der  Tachykardien kommen verschiedene Therapieansätze zum Einsatz wie spezifische Medikamente, eine ICD-Defibrillatorimplantation oder eine Ablationstherapie.

Die Elektrophysiologie ist zu einem großen Teilgebiet der Kardiologie geworden. Sie wird am St. Franziskus-Hospital durch Dr. Reiner seit 2014 vertreten. Neben der Ablation der  klassischen HRST wie der AVNRT, dem WPW-Syndrom und dem Vorhofflattern  ist ein besonderer Schwerpunkt der Abteilung die Ablation von Vorhofflimmern mittels Pulmonalvenenisolation,  zunehmend aber auch die Ablation Hauptkammertachykardien. Dazu steht seit April 2015 ein 3-dimensionales Mappingsystem der neuesten Generation  zur Verfügung. Bei komplexen Ablationen werden zur besseren Therapieplanung in der radiologischen Klinik vorab CT- oder MRT-Untersuchungen des Herzens durchgeführt, die in das Mappingsytem integriert werden. Neben den Ablationen wird die Implantation von Verschlusssystemen des Vorhofohrs (LAA-Occluder) mit hoher Expertise durchgeführt.

Zur nicht-invasiven Diagnostik stehen neben den bekannten EKG-Methoden (wie Ruhe-,LZ-EKG und Belastungs-EKG) verlängerte EKG-Aufzeichnungen wie der 7 Tage-EKG-Recorder zur Verfügung, bei seltenen Ereignissen werden implantierbare Eventrecorder der neuesten Gerätegeneration implantiert.