Erfahrungsbericht einer Wiedereinsteigerin

Fünf Fragen- fünf Antworten

Andrea Schneider-Selman, Gesundheits- und Krankenpflegerin

15 Jahre lang hat sich Andrea Schneider-Selman vor allem um ihre drei Kinder gekümmert. Seit November 2017 arbeitet die Gesundheits- und Krankenpflegerin im St. Franziskus-Hospital wieder in ihrem gelernten Beruf – und ist total zufrieden. Wie hat sie den Wiedereinstieg geschafft? Ein Erfahrungsbericht.

Wann haben Sie die Entscheidung gefasst, wieder in Ihren Beruf einzusteigen?

Die Idee ist über einige Zeit gewachsen. Die Kinder werden ja größer und selbständiger, inzwischen wohnt nur noch mein jüngster Sohn bei mir. So kommt irgendwann der Moment, wo man wieder mehr an sich selbst denken kann und überlegt, was man noch erreichen möchte. 2017 habe ich dann in der Zeitung gelesen, dass es am St. Franziskus-Hospital einen Kurs speziell für Wiedereinsteiger in die Pflege gibt. Nach der Info-Veranstaltung stand für mich fest: Das ist meine Chance!

Welche Gedanken haben Sie bewegt, bevor Sie mit dem Wiedereinsteiger-Kurs gestartet sind?

Tatsächlich hatte ich große Sorge, ob ich das schaffe. Denn in der Pflege und in der Medizin hat sich natürlich viel getan in den 15 Jahren, in denen ich nicht im Krankenhaus gearbeitet habe – traue ich mir zu, da den Anschluss zu finden? Außerdem bin ich alleinerziehend und wusste nicht, ob ich den Alltag mit Kindern, Beruf und Schichtdienst stemmen kann. Da gab es schon die ein oder andere unruhige Nacht, bevor ich zugesagt habe.

Was hat Ihnen geholfen, den Wiedereinstieg zu wagen?

An erster Stelle der „Wiedereinsteiger-Kurs“ im St. Franziskus-Hospital. Der dauert vier Wochen und bringt einen in Theorie und Praxis wieder auf den neusten Stand. Mit der Pflege ist es ja ein bisschen so wie mit dem Fahrradfahren, wenn man den Beruf einmal gelernt hat, sind die Grundlagen ja da. Aber es war schon wichtig, die neuen Methoden und Geräte kennen zu lernen. Super war auch, dass ich im Kurs ganz tolle Frauen kennen gelernt habe, die alle in einer ähnlichen Situation waren wie ich. Als Weggefährtinnen haben wir uns gegenseitig bestärkt und geholfen – und jetzt sind wir Kolleginnen! Wir arbeiten zwar in ganz unterschiedlichen Bereichen im Hospital, aber wir halten immer noch Kontakt und verabreden uns auch mal abends zum Essen. Außerdem habe ich natürlich viel mit meinen Kindern diskutiert, und wir haben uns verschiedene Szenarien überlegt: Wie kann’s zu Hause laufen, wenn ich am Wochenende arbeiten muss? Was tun wir, wenn einer krank wird, und wie überbrücken wir die Ferien? Da muss einiges geplant und vorbereitet werden, aber die Kinder haben gemerkt, wie wichtig es mir war, wieder in den Beruf zu kommen, und haben mich sehr bestärkt. Jetzt sind sie total stolz auf mich – und auch auf sich selbst, denn sie sind viel selbständiger geworden und kommen super klar.

Wie kann man sich den Wiedereinstieg konkret vorstellen?

Es geht Schritt für Schritt, und man wird gut begleitet. Schon während des Kurses haben wir in verschiedenen Bereichen hospitiert. Auf der Station, auf der ich jetzt arbeite, hat mich das ganze Team super aufgenommen und unterstützt. Anfangs hatte ich auch eine Kollegin als Mentorin, sie hat sich viel Zeit für mich genommen, hat mich eingearbeitet und alle meine Fragen beantwortet, das war total hilfreich. Parallel habe ich viel gelesen und mich informiert. Man muss schon neugierig sein und sich anstrengen, es war kein Spaziergang, aber es hat sich absolut gelohnt, und inzwischen bin ich wieder komplett drin. Das geschafft zu haben, ist ein tolles Gefühl.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Ich finde es super, wieder im Team zu arbeiten und wieder mehr aus dem Haus zu kommen. Die Atmosphäre im St. Franziskus-Hospital gefällt mir total gut, hier herrscht ein guter Geist und wir gehen sehr wertschätzend mit einander um. Für mich ist die Arbeit natürlich auch eine Investition in die Zukunft, gerade wenn ich an meine Altersvorsorge denke. Und was ich total klasse finde: Ich merke, dass sich meine Lebenserfahrung bezahlt macht. Wer es schafft, den Familienalltag mit drei Kindern zu organisieren, der ist auch im Arbeitsalltag gut aufgestellt. In der Pflege zu arbeiten, kann schon stressig sein, aber ich nehme Vieles heute einfach gelassener als früher.