Alle Menschen mit akuten Beschwerden sind in Sorge um ihre Gesundheit und möchten, dass Ihnen möglichst schnell geholfen wird. Vor diesem Hintergrund werden lange Wartezeiten in unserer Notaufnahme oft als sehr belastend empfunden.

Wartezeiten sind jedoch bei der Versorgung in einer Notaufnahme eines Akutkrankenhauses unvermeidbar. Täglich stellen sich weit mehr als 150 Notfallpatienten in unserer Notaufnahme vor und stets müssen mehrere Notfallpatienten parallel versorgt werden. Daher sind wir gezwungen, die Behandlungsdringlichkeit und -reihenfolge vorranig nach medizinischen Gesichtspunkten festzulegen. Das jeweilige Beschwerdebild wird durch unsere geschulten Mitarbeiter in einer sog. Ersteinschätzung einer von fünf Dringlichkeitsstufen zugeordnet (sog. „Triage“). Je nach Beschwerdebild erfolgen hier häufig schon die Abnahme von Blutproben und/oder die Erstbehandlung von Symptomen. Schwer- und lebensbedrohlich erkranke Patienten werden selbstverständlich mit höchster Priorität behandelt. Viele kritisch kranke Notfall-Patienten werden durch die (aus dem Wartebereich nicht einsehbare) Liegendanfahrt eingeliefert und direkt in einen Behandlungsraum geleitet.

Nach der Ersteinschätzung erfolgt entsprechend der Behandlungsdringlichkeit und des gesamten Patientenaufkommens die ärztliche Untersuchung durch die jeweils fachlich zuständigen Dienstärzte mit Festlegung der erforderlichen weiteren Diagnostik und Therapie.

Schließlich nimmt die Auswertung von Untersuchungen, wie etwa Labor- oder Röntgenuntersuchungen, zusätzliche Zeit in Anspruch. Darüber hinaus wird ein Teil unserer Notfallpatienten bzw. deren Befunde je nach Fragestellung weiteren Spezialisten aus dem Hause vorgestellt.

Während im ambulanten Sektor die Einholung von Befunden und Expertenmeinungen oft Tage bis Wochen dauert, stehen in der Notaufnahme alle Befunde und Expertenmeinungen noch am selben Tag zur Verfügung. Abhängig vom aktuellen Patientenaufkommen und/oder der Versorgung schwerstkranker Patienten kann es jedoch zu Gesamtbehandlungszeiten von einigen Stunden kommen.

Das gesamte Team der Notaufnahme bittet mit diesen Erläuterungen bei unseren Notfallpatienten und deren Angehörigen um Verständnis.  

Ein gemeinsamer Notfalltresen: Zwei Bereiche der Notfallversorgung am selben Ort

Grundsätzlich gibt es im St. Franziskus-Hospital zwei parallele Behandlungsbereiche bzw. Teams für die Versorgung erwachsener Notfallpatienten. Trotz der unmittelbaren räumlichen Nähe arbeiten diese beiden Bereiche fachlich und organisatorisch unabhängig voneinander. 

  1. Die Zentrale Notaufnahme des Hospitals
    Hier arbeiten Krankenhausmitarbeitende unterschiedlicher Fachdisziplinen und Berufsgruppen rund um die Uhr. - 24 Stunden an 7 Tagen/Woche. 

  2. Die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL)
    Die Praxis wird von Ärzten und medizinischen Fachangestellten der KVWL besetzt und dient als ärztlicher Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechzeiten der hausärztlichen Praxen Münsters.
    Öffnungszeiten:
    Montags, Dienstags & Donnerstags: 18.00 - 21.00 Uhr 
    Mittwochs & Freitags: 14.00 - 21.00 Uhr
    Wochenende & Feiertage: 9.00 - 21.00 Uhr 


Die Zuweisung zu einer der beiden Bereiche erfolgt durch die Mitarbeiter des Hospitals im Bereich des gemeinsamen Notfalltresens am oberen Ende der Rolltreppe.
Die Entscheidungskriterien für diese Zuweisung basiert auf einer definierten Symptom-/Diagnoseliste. Ziel ist die Trennung der Versorgung vorrangig allgemeinärztlich und ambulant behandelbarer Gesundheitsprobleme (Notfallpraxis) und potentiell lebensbedrohlicher Zustände mit Notwendigkeit einer stationären Krankenhausaufnahme (Notaufnahme der Klinik).

Damit soll eine möglichst rasche und sichere Notfallversorgung in den beiden genannten Behandlungsbereichen sichergestellt werden.