Die Mitralklappeninsuffizienz

Ultraschallbild einer Mitralklappeninsuffizienz

Als Mitralklappeninsuffizienz bezeichnet man die „Undichtigkeit“ der Mitralklappe bedingt durch einen gestörten Klappenschluss. Sie ist der zweithäufigste Herzklappenfehler in Europa und oft über die Jahre stetig fortschreitend. Die Ursache dafür kann ein primärer Schaden an der Klappe selbst (Entzündung, Alterung, angeborene Verdickung) oder eine Erweiterung der linken Herzkammern sein.  

Bei einer Mitralklappeninsuffizienz kommt es zu einem Rückfluss des Bluts aus der linken Herzkammer in den linken Vorhof. Dies führt zu einer vermehrten Blutfülle der linken Herzkammern und der Lungengefäße. Patienten mit einer leichten Form haben oftmals keine Beschwerden. Eine schwere Mitralklappeninsuffizienz macht sich häufig durch Symptome wie Luftnot, Leistungsschwäche oder auch Herzrhythmusstörungen bemerkbar.  

Bei schweren Formen hat sich die herzchirurgische Operation seit vielen Jahren als Therapieverfahren etabliert. Dabei wird die Klappe rekonstruiert („repariert“) oder durch eine künstliche Herzklappe ersetzt. Zum Teil wird gleichzeitig eine Bypassoperation der Herzkranzgefäße oder einer Raffung der Trikuspidalklappe durchgeführt.

Allerdings besteht bei einem offenen herzchirurgischen Eingriff insbesondere bei älteren Patienten mit bedeutenden Vorerkrankungen ein stark erhöhtes Operationsrisiko. Für diese Patienten kann das MitraClipÔ-Verfahren eine Alternative zur Operation sein. 

Ultraschallbild einer Mitralklappeninsuffizienz, die mit dem MitraClip-Verfahren behandelt wurde.

Das MitraclipÔ -Verfahren

Beim MitraClipÔ wird über die Leistenvene und über die Vorhofscheidewand ein spezielles Einführbesteck in den linken Vorhof gebracht. Darüber wird dann der Clip am Ort der größten Klappenundichtigkeit positioniert und geschlossen. Es entsteht ein Steg zwischen den beiden Klappensegeln, die zusätzlich gerafft werden. In den meisten Fällen wird dadurch die Klappenundichtigkeit und damit die Herzschwäche deutlich verbessert. Gelegentlich müssen für einen guten Erfolg zwei oder mehr Clips eingesetzt werden. Der Eingriff wird am schlagenden Herzen in Vollnarkose durchgeführt und dauert je nach Komplexität des Klappenschadens zwischen 1,5 und 4 Stunden. Die Clip-Platzierung wird per Röntgen-Durchleuchtung und Ultraschall über die Speiseröhre (transösophagealen Herzultraschall) gesteuert. Ein Kontrastmittel muss dabei nicht gegeben werden.

Die Herzteamvisite

Für alle Patienten mit einer bedeutenden Mitralinsuffizienz findet am St. Franziskus Hospital eine fachübergreifende Herzteam-Visite statt, bei der die für den Patienten beste Therapie festgelegt wird. 

Von kardiologischer Seite verantwortlich für die MitraclipÔ-Eingiffe ist Dr. Reiner (Leiter des Department Elektrophysiologie) zusammen mit Dr. Lübbesmeyer, Dr. Struwe und Dr. Huhn. Zum Herzteam gehören zudem die Kollegen der Klinik für Anästhesie unter der Leitung von Professor Dr. Möllmann mit Dr. Santamaria, Dr. Lasac sowie die Kardiochirurgie des Uniklinikums Münster unter der Leitung von Professor Dr. Martens und Dr. Deschka.