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Bei nicht dringlichen Erkrankungen, planbaren Untersuchungen oder länger bestehenden Beschwerden sollten Sie sich zunächst an Ihre Hausarztpraxis oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) wenden. So helfen Sie mit, die Notfallmedizin in der Notaufnahme für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten freizuhalten.

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Schmerztherapie

St. Franziskus-Hospital Münster

Schmerztherapie

Schmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden - akut bei Erkrankungen oder chronisch bei Langzeitbelastungen. Unsere Abteilung für Schmerztherapie im St. Franziskus-Hospital Münster unterstützt Sie sowohl vor als auch nach operativen Eingriffen mit individuell abgestimmten Therapieoptionen. Unser Team der Schmerztherapie ist für Sie da!

Behandlungsspektrum der Schmerztherapie

Akutschmerz

Akuter Schmerz gehört zu den unangenehmsten Erfahrungen für einen Menschen und soll möglichst frühzeitig und intensiv therapiert werden. Die postoperative Schmerztherapie gehört zu unserem Behandlungsstandard, um Ihr Wohlbefinden zu verbessern und den Heilungsverlauf zu beschleunigen. Nach Operationen können Sie z.B. schneller mit der Mobilisation beginnen.
Unser Behandlungsteam legt bereits im Vorfeld ein Konzept für Ihre Schmerztherapie fest. Zur Anwendung kommen Medikamente aber auch nichtmedikamentöse Maßnahmen (Kälte, Wärme, Physiotherapie). Bei bestimmten Operationen wird zusätzlich ein Regionalkatheter oder eine PCIA-Pumpe eingesetzt.

Chronischer Schmerz / Schmerzkrankheit

Chronischer Schmerz beeinflusst grundlegend das Leben des betroffenen Menschen. Als Patient mit chronischem Schmerz bedürfen Sie einer besonderen Begleitung im Rahmen Ihres stationären Aufenthalts. Wir passen die vorbestehende Schmerztherapie an Ihre Bedürfnisse während der diagnostischen und therapeutischen Eingriffe an. Auch hierfür steht uns ein Spektrum verschiedener schmerztherapeutischer Möglichkeiten zur Verfügung. Darüber hinaus beraten wir Sie gerne bei Fragen zu einzelnen Verfahren oder zur multimodalen Schmerztherapie.

Schmerztherapie in der Palliativmedizin

In der Palliativmedizin werden Patient:innen mit einer nicht mehr heilbaren Erkrankung behandelt. In diesem Zusammenhang können Schmerzen auftreten (z.B. „Tumorschmerz“). Wir begleiten Sie mit unserem palliativmedizinischen Team im Rahmen unserer Konsiliartätigkeit auf allen Stationen. In bestimmten Fällen kann auch eine Aufnahme auf unserer Palliativstation erforderlich sein. Die Behandlung erfolgt immer interdisziplinär d. h. Spezialist:innen aus verschiedenen Fachbereichen (Medizin, Pflege, Psychoonkologie, Sozialarbeit, Seelsorge und Physiotherapie) arbeiten im Team zusammen.

Maßnahmen

Nur Sie können Ihren Schmerz empfinden und beurteilen. Uns interessieren sowohl die Stärke als auch die Art Ihrer Schmerzen. Zur Einschätzung Ihrer Schmerzstärke stehen uns verschiedene Skalen zur Verfügung. Zusätzlich werden wir Sie zum Ort und dem Charakter (z.B. brennend, stumpf, stechend) der Schmerzen und eventuellen Nebenwirkungen der bisher eingesetzten Schmerzmedikamente befragen. Nur so können wir die Therapie an Ihre Bedürfnisse anpassen.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Die medikamentöse Schmerztherapie beinhaltet verschiedene Medikamentengruppen und erfolgt nach einem Stufenschema (WHO). Im Krankenhaus werden die üblichen Schmerzmittel aus der “Hausapotheke” genauso eingesetzt wie verschiedene Opioide (Morphine), Antiepileptika oder Antidepressiva. Die Auswahl der Medikamente ist abhängig von Ihrem Schmerz und wird individuell dosiert.

Basis-Bedarf
Die Therapie wird unterteilt in eine Basistherapie, die Sie fest angesetzt erhalten und automatisch in Ihren Medikamentenschiebern oder als Tropfen vorfinden. Die Basistherapie wird so dosiert, dass Sie überwiegend schmerzfrei sind.
Darüber hinaus ordnen wir für eventuell auftretende Schmerzspitzen eine Bedarfstherapie an. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie ein zusätzliches Schmerzmittel benötigen.
Dieses Prinzip der Basis- und Bedarfstherapie ermöglicht einerseits weitgehende Schmerzfreiheit und reduziert das Risiko für Überdosierungen. Sollten Sie bei Ihrer Entlassung noch Schmerzmittel benötigen, so geben wir Ihnen eine eindeutige Therapieempfehlung und einen weiteren Behandlungsplan an die Hand.

In bestimmten Fällen ist die Therapie mit einem Regionalverfahren zur lokalen Schmerzausschaltung sinnvoll. Dazu verwenden wir spezielle Katheter, die in die Nähe der schmerzleitenden Nerven gelegt werden.
Über die jeweilige Indikation, das genaue Vorgehen und die Risiken und Nebenwirkungen werden Sie im Rahmen des Narkosegespräches aufgeklärt. Bei größeren bauchchirurgischen oder wirbelsäulenchirurgischen Operationen bieten wir Ihnen einen Periduralkatheter (PDK) an. Über diesen verabreichen wir in den ersten Tagen nach der Operation ein lokales Betäubungsmittel zur Schmerzausschaltung. Nach Kniegelenksersatz oder größeren Schulteroperationen verwenden wir üblicherweise einen Plexuskatheter.
Durch beide Verfahren erreichen wir eine gute Schmerzreduktion. Eine umfassende Krankengymnastik und Mobilisierung wird durch diese Verfahren frühzeitig ermöglicht. Komplikationen wie z.B. Lungenentzündungen durch Bettlägerigkeit oder schmerzbehinderte flache Atmung lassen sich hierdurch vermeiden. Auch eine evtl. Darmträgheit mit der Gefahr eines Darmverschlusses wird durch eine z.B. Periduralanästhesie (PDK) günstig beeinflusst.
Sollte so ein Verfahren bei Ihnen eingesetzt werden, werden Sie von unserem Team des Akut-Schmerzdienstes bis zur Entfernung des Katheters täglich betreut.

Sie steuern Ihre Therapie!
Bei einer sogenannten Patienten-kontrollierten-intravenösen Analgesie (PICA) erhalten Sie von uns eine Pumpe mit einem starken Schmerzmittel (Opiat). Nur auf Ihre Anforderung, also bei Bedarf, wird das Medikament freigesetzt. Überdosierungen werden dabei durch voreingestellte Grenzen verhindert.
Mit diesem Gerät sind Sie nicht ans Bett gebunden und können auch umhergehen. Nach Abschluss der Dosisfindung werden wir Sie auf eine medikamentöse Therapie umstellen.

Dr. med. Birgit Roesner
Leitende Ärztin

Fachärztin für Anaesthesie
Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin
Akupunktur

Dr. med. Alice Schwab
Oberärztin

Fachärztin für Anästhesie
Spezielle Schmerztherapie, Akupunktur

Martina Lammers
Pain Nurse
Maria Hemsing
Pain Nurse
Beatrix Schomacher
Pain Nurse

Konsiliartätigkeit


Im Rahmen unserer Konsiliartätigkeit sind wir in allen Fachbereichen unseres Hospitals tätig.
Wir können durch Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt zur Beratung hinzugezogen werden. Dies kann der Fall sein, wenn eine Chronifizierung des Akutschmerzes droht oder Sie bereits unter chronischen Schmerzen leiden.
Schmerz kann zwar an einer bestimmten Stelle des Körpers lokalisiert sein, er hat aber Auswirkungen auf den ganzen Menschen. Neben körperlichen Einschränkungen sind psychische Veränderungen wie Angst und Depression und sozialer Rückzug mögliche Folgen. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist unsere Aufgabe.
Wir werden mit Ihnen eine differenzierte Schmerzanamnese erheben. Wir besprechen mit Ihnen die Möglichkeiten der medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapie, der Physiotherapie und Psychotherapie. Wir entwickeln mit Ihnen ein Konzept für Ihren weiteren Weg im Umgang mit Schmerz.