Informationen rund um endoskopische Untersuchungen
Auf dieser Seite haben wir häufige Fragen rund um unsere Untersuchungen und Behandlungen für Sie zusammengestellt. In den einzelnen Bereichen finden Sie verständliche Informationen zu Ablauf, Vorbereitung, Dauer, Medikamenten (z.B. Blutverdünnung), möglichen Risiken und dem Verhalten nach der Untersuchung.
Bitte beachten Sie: Die Informationen ersetzen kein persönliches Gespräch. Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte besprechen alle Untersuchungen und Behandlungen ausführlich mit Ihnen und gehen auf Ihre individuellen Fragen ein.
Häufig gestellte Fragen: Darmspiegelung (Koloskopie)
Die Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, ist eine bewährte Methode zur Untersuchung des Dickdarms und des Enddarms. Mit einem flexiblen Endoskop, das mit einer Kamera und Lichtquelle ausgestattet ist, kann die Darmschleimhaut direkt betrachtet und beurteilt werden.
Vor der Darmspiegelung wird der Darm mit einem Abführmittel gründlich gereinigt. Die genauen Schritte der Vorbereitung werden im Vorgespräch erläutert und schriftlich mitgegeben. Am Untersuchungstag erhalten Sie in der Regel ein Beruhigungs- oder Schlafmittel, sodass die Untersuchung für Sie möglichst angenehm verläuft.
Über den After wird ein flexibles Endoskop in den Darm eingeführt und bis in den Dickdarm und gegebenenfalls den letzten Abschnitt des Dünndarms vorgeschoben. Die Darmschleimhaut kann dabei genau betrachtet, Gewebeproben (Biopsien) können entnommen und Polypen ode andere Veränderungen direkt entfernt werden. Nach der Darmspiegelung bleiben Patient:innen noch eine Zeit lang im Überwachungsbereich.
Eine Koloskopie wird empfohlen zur Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs, bei unklaren Bauchbeschwerden, Blut im Stuhl, chronischem Durchfall oder zur Abklärung von Entzündungen und anderen ErkrankunEine Koloskopie wird empfohlen zur Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs, bei unklaren Bauchbeschwerden, Blut im Stuhl, chronischem Durchfall oder zur Abklärung von Entzündungen und anderen Erkrankungen des Darms.en des Darms.
Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Darmspiegelung dank der Beruhigungs- oder Schlafmedikamente nicht als schmerzhaft. Es kann vorübergehend zu einem Druck‑ oder Völlegefühl im Bauch kommen, weil während der Untersuchung Luft oder CO₂ in den Darm eingebracht wird. Diese Beschwerden klingen in der Regel rasch ab. Sollte es trotzdem unangenehm sein, kann die Medikation angepasst werden.
Die eigentliche Darmspiegelung dauert meist etwa 20 bis 30 Minuten. Einschließlich Vorbereitung, Aufklärung, eventueller Medikamentengabe und Überwachungszeit sollten Patient:innen insgesamt mit etwa zwei bis drei Stunden Aufenthalt rechnen.
Für eine aussagekräftige Darmspiegelung muss der Darm frei von Stuhlresten sein. Patient:innen erhalten dafür einen detaillierten Vorbereitungsplan. Dieser beschreibt: welche Lebensmittel in den Tagen vor der Untersuchung gemieden werden sollen (z.B. Körner, Rohkost), ab wann nur noch klare Flüssigkeiten erlaubt sind, wann und wie das Abführmittel eingenommen wird.
Die individuell passenden Empfehlungen werden im Vorgespräch besprochen und schriftlich mitgegeben.
In der Regel setzen wir das Abführmittel Moviprep® ein – eine spezielle Trinklösungen, die nach einem genauen Schema über mehrere Stunden eingenommen werden. Die genaue Einnahme besprechen wir mit Ihnen im Vorgespräch.
Wenn Sie blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien) einnehmen, teilen Sie uns dies bitte bereits bei der Terminvereinbarung mit. Je nach Art der Medikation und dem geplanten Eingriff kann es notwendig sein, die Einnahme vorübergehend anzupassen oder zu pausieren – insbesondere, wenn Polypen entfernt oder größere Gewebeproben entnommen werden. Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Ärztin wird gemeinsam mit Ihnen und unserem Team das individuell passende Vorgehen festlegen, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten.
Häufig gestellte Fragen: Magenspiegelung (Gastroskopie)
Die Magenspiegelung, auch Gastroskopie genannt, ist eine wichtige Untersuchungsmethode zur Abklärung von Beschwerden im oberen Verdauungstrakt. Mit Hilfe eines flexiblen, dünnen Schlauchs (Gastroskop), der mit einer Kamera und Lichtquelle ausgestattet ist, können Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm direkt betrachtet werden.
Das Gastroskop wird über den Mund eingeführt und vorsichtig vorgeschoben. So können wir die Schleimhaut beurteilen, Gewebeproben entnehmen und bei Bedarf kleinere Eingriffe vornehmen, zum Beispiel Blutungen stillen.
Eine Gastroskopie wird empfohlen bei Beschwerden wie anhaltendem Sodbrennen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Schluckbeschwerden, unklarer Blutarmut oder Verdacht auf Entzündungen, Geschwüre oder Tumoren im oberen Verdauungstrakt.
Viele Patient:innen erhalten ein Beruhigungs- oder Schlafmittel und nehmen die Magenspiegelung daher nur wenig oder gar nicht bewusst wahr. Ohne Medikamente kann es zu einem Würgereiz kommen, stärkere Schmerzen sind jedoch selten. Falls die Untersuchung unangenehm empfunden wird, können wir die Medikation anpassen oder zusätzliche Maßnahmen ergreifen.
Die eigentliche Magenspiegelung dauert oft nur wenige Minuten. Einschließlich Vorbereitung, eventueller Medikamentengabe und einer kurzen Überwachungszeit sollten Patient:innen insgesamt mit etwa einer bis zwei Stunden Aufenthalt rechnen.
Vor einer Magenspiegelung sollte der Magen leer sein, damit die Schleimhaut gut beurteilbar ist und das Risiko eines Zurückfließens von Mageninhalt vermindert wird. In der Regel gilt: ab Mitternacht vor dem Untersuchungstag sollten sie nichts mehr essen und trinken.
Die genauen Zeiten hängen von Ihrem Untersuchungstermin und eventuellen Vorerkrankungen ab und werden im Vorgespräch genau erklärt.
Einige Medikamente, zum Beispiel blutverdünnende Mittel, müssen vor einer Magenspiegelung eventuell angepasst oder vorübergehend pausiert werden. Andere Medikamente können meist wie gewohnt eingenommen werden.
Bitte bringen Sie eine aktuelle Medikamentenliste zum Vorgespräch mit. Dort wird gemeinsam besprochen, welche Präparate wie weitergeführt werden sollen und ob Änderungen nötig sind.
Häufig gestellte Fragen zu ERCP (endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikographie)
Die ERCP ist eine spezialisierte endoskopische Untersuchung der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüsengänge. Mit einem flexiblen Endoskop und einem Kontrastmittel werden diese Gänge sichtbar gemacht, sodass Engstellen, Steine, Entzündungen oder Tumoren erkannt und häufig direkt behandelt werden können.
Vor der Untersuchung erhalten Sie in der Regel ein Beruhigungs- oder Schlafmittel, damit die ERCP für Sie möglichst angenehm verläuft.
Das Endoskop wird über den Mund bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Dort wird ein Kontrastmittel in die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge eingebracht, die auf Röntgenbildern sichtbar werden. Je nach Befund können Steine entfernt, Engstellen erweitert oder kleinere Röhrchen (Stents) eingelegt werden, um den Abfluss der Galle zu verbessern. Nach der ERCP bleiben Sie noch eine Zeit lang im Überwachungsbereich der Klinik.
Durch die Beruhigungs- oder Schlafmedikamente nehmen die meisten Patientinnen und Patienten die ERCP nur wenig oder gar nicht bewusst wahr. Ein möglicher Druck im Bauch oder Rachenbereich ist meist vorübergehend. Sollte die Untersuchung unangenehm sein, kann die Medikation angepasst oder das Vorgehen mit Ihnen besprochen werden.
Für eine sichere Untersuchung sollte der Magen leer sein. In der Regel gilt: Ab Mitternacht vor dem Untersuchungstag dürfen Sie nichts mehr essen oder trinken. Nach dem Eingriff bleiben Sie zur Überwachung noch einige Zeit in der Klinik.
Sie erhalten im Vorfeld einen individuellen Vorbereitungsplan mit allen Zeiten und Hinweisen. Besondere Vorerkrankungen oder Medikamente werden dabei berücksichtigt.
Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen (z.B. ASS, Clopidogrel, Marcumar oder sogenannte DOAKs), teilen Sie uns dies bitte bereits bei der Terminvereinbarung mit.
Je nach geplanter Maßnahme – etwa Steinentfernung oder Gewebeentnahme – kann es notwendig sein, die Medikation vorübergehend anzupassen oder zu pausieren. Das Vorgehen wird individuell mit Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt und unserem Team festgelegt, um Ihre Sicherheit bestmöglich zu gewährleisten.
Die ERCP ist ein etabliertes und bewährtes Verfahren. Wie bei jeder Untersuchung können jedoch Komplikationen auftreten, zum Beispiel:
- eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),
- Blutungen, insbesondere nach Eingriffen,
- Infektionen,
- sehr selten Verletzungen der betroffenen Organe.
Vor der ERCP werden Nutzen und mögliche Risiken ausführlich mit Ihnen besprochen. Alle Maßnahmen zur größtmöglichen Sicherheit werden getroffen.
Häufige Fragen zur Endosonographie (endoskopischer Ultraschall)
Die Endosonographie ist ein modernes Untersuchungsverfahren, bei dem mithilfe eines speziellen Endoskops mit integrierter Ultraschallsonde die Organe des Verdauungstrakts und angrenzende Strukturen besonders genau dargestellt werden können. So lassen sich Veränderungen an Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse, Gallenwegen und Lymphknoten frühzeitig erkennen und beurteilen.
Vor der Endosonographie erhalten Sie in der Regel ein Beruhigungsmittel, damit die Untersuchung für Sie möglichst angenehm verläuft.
Das Endoskop wird vorsichtig über den Mund eingeführt und bis zum Bereich vorgeschoben, der untersucht werden soll. Die Ultraschallsonde am Ende des Geräts liefert hochauflösende Bilder der inneren Organe und des umliegenden Gewebes. Falls erforderlich, können während der Untersuchung gezielt Gewebeproben mittels Feinnadelpunktion entnommen werden.
Durch die Beruhigungsmedikation nehmen die meisten Patientinnen und Patienten die Untersuchung nur wenig oder gar nicht bewusst wahr. Ohne Medikamente kann es zu einem Würgereiz kommen, stärkere Schmerzen sind jedoch selten. Sollte die Untersuchung unangenehm sein, kann die Medikation angepasst oder das Vorgehen mit Ihnen besprochen werden.
Die eigentliche Endosonographie dauert meist nur wenige Minuten länger als eine normale Magenspiegelung.
Einschließlich Vorbereitung, Aufklärung, eventueller Medikamentengabe und einer kurzen Überwachungszeit sollten Sie insgesamt mit etwa einer bis zwei Stunden Aufenthalt rechnen.
Für eine optimale Untersuchung sollte der Magen leer sein. Daher dürfen Sie ab Mitternacht vor dem Untersuchungstag nichts mehr essen oder trinken. Nach der Untersuchung können Sie sich meist rasch erholen und nach kurzer Überwachung wieder nach Hause gehen.
Wenn Sie blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien) einnehmen, informieren Sie uns bitte bereits bei der Terminvereinbarung.
Je nach Art der geplanten Untersuchung und ob eine Gewebeentnahme vorgesehen ist, kann es notwendig sein, die Medikation vorübergehend anzupassen oder zu pausieren. Das Vorgehen wird individuell mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt und unserem Team festgelegt, um Ihre Sicherheit bestmöglich zu gewährleisten.
Häufige Fragen zur endoskopischen Mukosaresektion (EMR)
Die EMR ist ein minimal-invasives Verfahren zur Entfernung oberflächlicher Schleimhautveränderungen im Verdauungstrakt – zum Beispiel Polypen oder frühen Tumoren in Speiseröhre, Magen oder Darm. Die Entfernung erfolgt über ein Endoskop, meist ohne größere Operation.
Die EMR wird in der Regel im Rahmen einer Magenspiegelung oder Darmspiegelung durchgeführt. Sie erhalten dafür ein Beruhigungs- oder Schlafmittel.
Das auffällige Schleimhautareal wird zunächst durch Einspritzen einer Flüssigkeit unter die Schleimhaut angehoben. Anschließend wird das angehobene Gewebe mit einer kleinen Schlinge abgetragen und entnommen. Das Gewebe wird anschließend feingeweblich untersucht, um die Diagnose zu sichern und die weitere Behandlung zu planen.
Aufgrund der Beruhigungs- oder Schlafmedikation nehmen die meisten Patientinnen und Patienten den Eingriff nur wenig oder gar nicht bewusst wahr. Nach der Untersuchung kann es kurzfristig zu leichten Bauchbeschwerden oder einem Druckgefühl kommen, die in der Regel rasch abklingen. Sollte es dennoch zu Schmerzen kommen, kümmern wir uns um eine geeignete Behandlung.
Die Dauer hängt vom Umfang der Schleimhautveränderungen ab. Die eigentliche EMR nimmt meist nur wenige Minuten mehr Zeit in Anspruch als eine normale Magen- oder Darmspiegelung.
Zusammen mit Vorbereitung, Aufklärung, Medikamentengabe und Überwachungszeit sollten Sie insgesamt mit etwa zwei bis drei Stunden Aufenthalt rechnen.
Die Vorbereitung richtet sich danach, ob die EMR im Magen oder im Darm erfolgt:
- Für eine EMR im Magen sollte der Magen leer sein – ähnlich wie bei einer Magenspiegelung.
- Für eine EMR im Darm muss der Darm vollständig gereinigt sein – ähnlich wie bei einer Darmspiegelung.
Sie erhalten einen genauen Vorbereitungsplan mit allen Schritten (z.B. Nüchternheit, Trinklösung, angepasste Ernährung).
Da bei der EMR gezielt Schleimhaut entfernt wird und ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht, ist der Umgang mit blutverdünnenden Medikamenten besonders wichtig.
Bitte informieren Sie uns rechtzeitig über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Das Vorgehen wird individuell mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt und unserem Team abgestimmt.






