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Klinik für Wirbelsäulenchirurgie & Skoliosezentrum

St. Franziskus-Hospital Münster

Erkrankungen der Halswirbelsäule:
Diagnose und moderne Behandlung im Wirbelsäulenzentrum

Die Halswirbelsäule (HWS) ist ein besonders sensibler Abschnitt der Wirbelsäule: Sie trägt den Kopf, ermöglicht die Beweglichkeit von Hals und Nacken und schützt zugleich wichtige Nervenbahnen und das Rückenmark. In unserem Wirbelsäulenzentrum sind wir auf die Diagnostik und Behandlung aller Erkrankungen der Halswirbelsäule spezialisiert. Das beinhaltet die Therapie von Bandscheibenvorfällen, Spinalkanalstenosen, degenerativ‑entzündlichen Erkrankungen bis hin zu Tumoren.

Unser Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Nervenstrukturen zu schützen und die Beweglichkeit und Kraft so weit wie möglich zu erhalten – mit schonenden konservativen Verfahren und, wenn notwendig, modernen operativen Techniken.

Typische Beschwerden

Erkrankungen der Halswirbelsäule können sich sehr unterschiedlich äußern. Häufig berichten Patient:innen über:

  • Nacken- und Schulterschmerzen
  • Ausstrahlende Schmerzen in Arme und Hände
  • Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Kraftminderung in den Händen
  • Kopfschmerzen, manchmal Schwindelgefühle
  • Bewegungseinschränkung von Kopf und Nacken

Bei Spinalkanalstenose, Tumoren oder ausgeprägten degenerativ‑entzündlichen Erkrankungen können zusätzlich auftreten:

  • Gangunsicherheit und Stolperneigung
  • Feinmotorische Störungen (z.B. Knöpfen, Schreiben)
  • Schwächegefühl in Armen oder Beinen
  • Ausgeprägte morgendliche Steifigkeit und entzündliche Ruheschmerzen

Ursache können u.a. Bandscheibenvorfälle, Verschleiß (Arthrose) an den kleinen Wirbelgelenken, Einengungen des Wirbelkanals (zervikale Spinalkanalstenose), Instabilitäten, Tumoren oder degenerativ‑entzündliche Veränderungen (z.B. Spondylarthritiden, rheumatische Erkrankungen der HWS) sein.

Operative Verfahren an der Halswirbelsäule

Wenn eine Operation notwendig wird, kommen moderne, möglichst schonende Verfahren der Wirbelsäulenchirurgie zum Einsatz. Zu den häufigsten Eingriffen im Bereich der Halswirbelsäule zählen:

Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der HWS oder bei ausgeprägtem Verschleiß (Bandscheibendegeneration) kann eine Entlastung der eingeengten Nervenwurzeln oder des Rückenmarks erforderlich sein. Häufig wird die erkrankte Bandscheibe entfernt und der Abschnitt stabilisiert (z.B. mit einem Platzhalter/Implantat oder einer Bandscheibenprothese, wenn dies sinnvoll ist).
Ziel ist es, Arm‑ und Nackenschmerzen zu lindern, neurologische Ausfälle zu verhindern und die Stabilität der Halswirbelsäule zu sichern.

Bei einer zervikalen Spinalkanalstenose ist der Wirbelkanal eingeengt, wodurch das Rückenmark bedrängt wird. Typische Beschwerden sind Gangunsicherheit, Feinmotorikstörungen der Hände und zunehmende Schwäche in Armen oder Beinen.

In solchen Fällen kann eine operative Erweiterung des Wirbelkanals notwendig sein, z.B.:

  • von vorne (ventral) durch Entfernung von Bandscheiben oder Teilen der Wirbelkörper
  • von hinten (dorsal) durch Entlastung des Rückenmarks (z.B. Laminoplastie oder Laminektomie, ggf. mit zusätzlicher Stabilisierung)

Die genaue Technik wird individuell anhand der Bildgebung und Beschwerden festgelegt.

Tumoren an der Halswirbelsäule können zu Schmerzen, Instabilität, Spinalkanalstenose und neurologischen Ausfällen führen. Ziele der Operation sind:

  • Entlastung von Rückenmark und Nerven (Dekompression)
  • Entfernung oder Verkleinerung des Tumors, soweit dies sicher möglich ist
  • Stabilisierung der Halswirbelsäule, z.B. mit Schrauben‑, Platten‑ oder Cage‑Systemen

Diese Eingriffe werden interdisziplinär geplant – in enger Zusammenarbeit mit Onkolog:innen und den Ärzt:innen der Strahlentherapie.

Bei degenerativ‑entzündlichen Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Spondylarthritiden) kann es an der Halswirbelsäule zu:

  • Instabilitäten,
  • knöchernen Fehlstellungen und
  • Einengungen des Wirbelkanals oder der Nervenaustrittslöcher kommen.

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder das Rückenmark beziehungsweise Nerven gefährdet sind, kommen stabilisierende und dekompressive Operationen zum Einsatz. Ziel ist es, schmerzhafte Instabilitäten zu beseitigen, Nerven zu entlasten und die Halswirbelsäule wieder sicher zu stabilisieren.

Bei Instabilitäten, Fehlstellungen oder schweren kombinierten Erkrankungen der Wirbelsäule kann eine Stabilisierungsoperation (Fusion) notwendig sein. Dabei werden betroffene Wirbel dauerhaft miteinander verbunden, um schmerzhafte Bewegungen zu verhindern und die Halswirbelsäule zu stabilisieren. Dies kann sowohl bei Verschleiß, degenerativ‑entzündlichen Erkrankungen als auch im Rahmen einer Tumor‑ oder Spinalkanalstenosen‑OP erforderlich sein.

Nach der Operation
Mobilisation und Nachsorge

Nach operativen Eingriffen an der Halswirbelsäule werden Patient:innen

  • in der Regel bereits am ersten Tag nach der Operation mobilisiert
  • von Physiotherapeut:innen bei Bewegungsaufbau und Muskelkräftigung unterstützt
  • individuell beraten, welche Aktivitäten erlaubt sind und wann sie wieder aufgenommen werden dürfen

Ob eine Halskrause oder ein spezieller Stützkragen notwendig ist, hängt vom jeweiligen Eingriff ab.