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Klinik für Nephrologie,
Rheumatologie + Osteologie

St. Franziskus-Hospital Münster

Interventionelle Verfahren in der Nephrologie
Moderne Verfahren für einen sicheren Dialysezugang

Für eine erfolgreiche Dialyse ist ein geeigneter Zugang zum Bauchraum oder zum Blutkreislauf erforderlich. In unserer Klinik bieten wir hierfür interventionelle Verfahren an, die besonders schonend und präzise durchgeführt werden können.

Dazu gehören die interventionelle Anlage von Peritonealdialysekathetern sowie die Implantation getunnelter Dialysekatheter zur Hämodialyse. Beide Verfahren erfolgen in der Regel in Lokalanästhesie. Eine Vollnarkose ist daher nicht notwendig. Durch die minimalinvasive Vorgehensweise können sich Patient:innen häufig schneller mobilisieren und haben weniger Schmerzen als nach einem größeren operativen Eingriff.

Die geeignete Behandlung wird individuell ausgewählt und ausführlich mit Ihnen besprochen.

Dialyse über das Bauchfell

Bei der Peritonealdialyse, kurz PD, übernimmt das körpereigene Bauchfell die Funktion einer natürlichen Filtermembran. Dafür wird ein weicher Katheter in die Bauchhöhle eingesetzt. Über diesen Katheter kann die Dialyselösung ein- und wieder ausgeleitet werden.

In unserer Klinik erfolgt die Anlage des Peritonealdialysekatheters interventionell mithilfe der Seldinger-Technik. Dabei wird zunächst ein sicherer Zugang geschaffen. Anschließend wird der Katheter kontrolliert über einen Führungsdraht an die vorgesehene Position eingebracht. Dieses Verfahren ermöglicht eine präzise und möglichst gewebeschonende Katheteranlage.

Anlage in Lokalanästhesie

Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie. Der betreffende Körperbereich wird örtlich betäubt, sodass keine Vollnarkose erforderlich ist. Auch eine laparoskopische Operation – also ein Eingriff mittels Bauchspiegelung – ist für die Katheteranlage nicht notwendig.

Das kann insbesondere für Patient:innen von Vorteil sein, bei denen eine Vollnarkose oder ein größerer operativer Eingriff mit einem erhöhten Risiko verbunden wäre. So kann die Peritonealdialyse unter Umständen auch Menschen angeboten werden, für die eine klassische Operation nicht oder nur eingeschränkt infrage kommt.

Vorteile dieses interventionellen Verfahrens

  • Keine Vollnarkose erforderlich
  • Keine Laparoskopie notwendig
  • Insgesamt geringere Belastung durch den Eingriff
  • Schnellere Mobilisation
  • Möglichkeit einer Peritonealdialyse auch bei erhöhtem operativem Risiko

Ob ein interventionell angelegter Peritonealdialysekatheter für Sie geeignet ist, hängt von Ihrer individuellen gesundheitlichen Situation und den anatomischen Gegebenheiten ab. Unser nephrologisches Team berät Sie umfassend zu den verschiedenen Dialyseverfahren und dem passenden Dialysezugang.


Anlage eines Dialysekatheters zur Hämodialyse
Sicherer Zugang für die Blutwäsche

Für eine Hämodialyse wird ein Zugang zum Blutkreislauf benötigt. Neben einer Dialyseshunt-Anlage kann hierfür ein getunnelter Dialysekatheter, auch Vorhofkatheter genannt, eingesetzt werden.

Der Katheter wird über eine große Vene in Richtung Herzvorhof vorgeschoben. Ein Abschnitt des Katheters verläuft dabei unter der Haut, bevor er nach außen geführt wird. Diese sogenannte Tunnelung trägt dazu bei, den Katheter stabil zu positionieren und das Infektionsrisiko im Vergleich zu einem nicht getunnelten Katheter zu reduzieren.

Präzise Platzierung

Die Anlage erfolgt in Seldinger-Technik. Dabei wird zunächst ein sicherer Zugang zu einer geeigneten Vene hergestellt. Über einen Führungsdraht wird der getunnelte Dialysekatheter anschließend kontrolliert eingebracht und an der vorgesehenen Stelle positioniert.

Der Eingriff findet in Lokalanästhesie statt. Eine Vollnarkose ist deshalb nicht notwendig. Das ist insbesondere für Patient:innen wichtig, deren allgemeiner Gesundheitszustand oder Begleiterkrankungen gegen eine Vollnarkose sprechen.

Unmittelbarer Einsatz für die Hämodialyse

Ein wesentlicher Vorteil des getunnelten Dialysekatheters besteht darin, dass er unmittelbar nach der Implantation für die Hämodialyse genutzt werden kann. Dadurch ist auch bei einem kurzfristig erforderlichen Dialysebeginn eine schnelle Versorgung möglich.

Der Katheter kann beispielsweise eine geeignete Übergangslösung sein, wenn ein Dialysebeginn kurzfristig notwendig ist oder ein dauerhafter Dialysezugang wie ein AV-Shunt noch nicht verwendet werden kann. Die individuelle Situation und die langfristige Dialysestrategie werden dabei stets berücksichtigt.

Ihre Behandlung in unserer Klinik


Interventionelle Verfahren ermöglichen die Anlage von Dialysekathetern mit möglichst geringer Belastung. Sowohl bei der interventionellen Peritonealdialysekatheter-Anlage als auch bei der Implantation eines getunnelten Hämodialysekatheters wird auf eine präzise, sichere und patientenschonende Vorgehensweise geachtet.

Wir informieren Sie ausführlich über den Ablauf des Eingriffs, mögliche Vorteile und Risiken sowie über die weitere Dialysebehandlung.