Unser Leistungsspektrum in der Gefäßchirurgie
In der Gefäßchirurgie des St. Franziskus-Hospitals Münster behandeln wir ein breites Spektrum an Gefäßerkrankungen – individuell, schonend und auf dem aktuellen Stand der Medizin. Dazu gehören unter anderem Aortenaneurysmen, Verengungen der Halsschlagader, die periphere arterielle Verschlusskrankheit sowie Krampfadern. Für jede Patientin und jeden Patienten entwickeln wir ein passgenaues Behandlungskonzept mit dem Ziel, die Durchblutung zu verbessern, Beschwerden zu lindern und Folgeerkrankungen bestmöglich vorzubeugen.
Seit 1996 gehört unsere Klinik zu den Pionieren der Gefäßchirurgie. Zahlreiche moderne Verfahren – von endovaskulären Aortenprothesen bis zu komplexen Hybridoperationen – wurden hier früh eingeführt oder sogar weltweit erstmals angewendet. Durch prospektive Datenerfassung, eigene Implantat-Tests im Labor und die enge Zusammenarbeit mit Industrie und Forschungseinrichtungen arbeiten wir kontinuierlich an noch sichereren und wirksameren Therapien.
In unserer Gefäßchirurgie in Münster setzen wir bei vielen Patient:innen auf eine minimalinvasive, endovaskuläre Chirurgie, bei der die Hauptschlagader von innen stabilisiert wird. Wir erklären Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt und welche Therapie in Ihrer Situation in Frage kommt.
Eine Carotisstenose ist eine Verengung der Halsschlagader (Arteria carotis interna). Dieses wichtige Blutgefäß versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen. Wird die Halsschlagader enger, kann das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Häufig ist eine solche Verengung mitverantwortlich für einen Schlaganfall – manchmal sogar seine Hauptursache.
Wird eine Carotisstenose rechtzeitig erkannt, lässt sich das Schlaganfallrisiko deutlich senken. Meist wird die Verengung mit einer Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße festgestellt. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
Carotisstenose Therapie – Welche Möglichkeiten gibt es?
Je nach Ausmaß der Verengung der Halsschlagader, Ihren Beschwerden und Begleiterkrankungen kommen unterschiedliche Formen der Carotisstenose Therapie infrage:
- Operative Ausschälung (Carotisendarteriektomie)
Hierbei wird die Halsschlagader operativ eröffnet und die Kalkplatte, die das Gefäß verengt, vorsichtig entfernt. Das Gefäß wird anschließend wieder verschlossen und so dauerhaft erweitert. - Aufdehnung mit Ballon und Stent (Stentangioplastie)
Alternativ kann die Engstelle von innen über einen Katheter aufgedehnt werden. Anschließend wird häufig ein feines Metallgitter (Stent) eingesetzt, das die Halsschlagader offen hält und die Durchblutung des Gehirns verbessert.
In einem persönlichen Gespräch erklären wir Ihnen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Verfahren und empfehlen Ihnen die Therapie, die in Ihrer Situation am sichersten und sinnvollsten ist. Ziel ist immer, das Schlaganfallrisiko so gut wie möglich zu reduzieren und die Behandlung schonend zu gestalten.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) entsteht durch Ablagerungen und Verkalkungen in den Arterien (Arteriosklerose). Dadurch bilden sich Engstellen (Stenosen) oder Verschlüsse, die die Durchblutung behindern. Die Folge: Die betroffenen Körperregionen – häufig die Beine – werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Typisch für die pAVK in den Beinen ist die sogenannte „Schaufensterkrankheit“ (Claudicatio intermittens): Beim Gehen treten Schmerzen in den Waden, Oberschenkeln oder im Gesäß auf, sodass Betroffene immer wieder stehen bleiben müssen – so, als würden sie vor Schaufenstern pausieren. In fortgeschrittenen Stadien können Schmerzen sogar in Ruhe auftreten, Wunden heilen schlechter und es können Gewebeschäden entstehen.
pAVK Therapie – Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die pAVK-Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Gefäßverengungen, den Beschwerden und den Begleiterkrankungen. Engstellen aber auch längerstreckige Verschlüsse in den verschiedenen Gefäßgebieten können heute vielfach minimalinvasiv behandelt werden. Mit den modernsten Verfahren, wie Schockwellen-Aufweitung, Auffräsen von Gefäßen (Atherektomie), Stents und gecoverte Stents schaffen wir es, die Gefäße wieder zu eröffnen mit der Philosophie möglichst wenig Material zu hinterlassen.
Grundsätzlich stehen folgende Verfahren zur Verfügung:
- Katheterverfahren (Ballonaufdehnung und Stent)
Kürzere Engstellen können häufig minimalinvasiv behandelt werden:- Die Engstelle wird mit einem Ballonkatheter von innen aufgedehnt (Ballondilatation).
- Falls nötig, wird ein Stent (kleines Metallröhrchen) eingesetzt, um das Gefäß offen zu halten und einer erneuten Verengung vorzubeugen.
Diese Verfahren verbessern die Durchblutung und können Schmerzen beim Gehen deutlich lindern.
- Operative Verfahren (Gefäßoperation und Bypass)
Längere Engstellen oder komplette Verschlüsse werden häufig operativ behandelt:- Das betroffene Gefäß wird freigelegt und die Verkalkung entfernt (Thrombendarteriektomie, TEA).
- Alternativ kann ein Venenbypass gelegt werden – eine Umleitung der Blutbahn rund um die Engstelle herum. Dafür wird entweder eine körpereigene Vene oder eine Kunststoffprothese verwendet.
- Konservative und medikamentöse Therapie
Ergänzend oder in frühen Stadien kommen Gehtraining, Lebensstiländerungen (z.B. Rauchstopp) und Medikamente zum Einsatz, um die Durchblutung zu verbessern und das Fortschreiten der Arteriosklerose zu bremsen.
Welches Therapiekonzept für Sie am besten geeignet ist, entscheiden wir nach sorgfältiger Auswertung aller Untersuchungsbefunde und nach Abwägung der Risiken sowie Vorteile im persönlichen Gespräch.
Bei der Varikosis (Krampfaderleiden) handelt es sich um eine Erkrankung des Venensystems, das das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen transportiert. Sind die Venenklappen geschwächt, kann das Blut nicht mehr richtig abfließen, es staut sich in den oberflächlichen Venen – es entstehen Krampfadern. Begünstigt wird dies z.B. durch Bindegewebsschwäche, Bewegungsmangel oder starke Gewichtsschwankungen.
Varikosis Therapie
Je nach Ausprägung der Beschwerden stehen unterschiedliche Formen der Varikosis Therapie zur Verfügung:
- Konservative Behandlung mit Kompressionsstrümpfen und Bewegung zur Linderung von Beschwerden.
- Verödung bei Krampfadern (Sklerosierung) und Lasertherapie bei Krampfadern: Die betroffenen Venen werden schonend von innen verschlossen und später vom Körper abgebaut.
- Operation von Krampfadern: Über kleine Schnitte werden erkrankte Venenanteile entfernt, z.B. per Stripping oder Miniphlebektomie.
Unsere Fachärztinnen und Fachärzte wählen gemeinsam mit Ihnen das passende Verfahren – abhängig vom Befund, Ihren Beschwerden und Ihren individuellen Wünschen.






