Die Geburt
So individuell wie Sie
Jede Schwangerschaft ist einzigartig – und mit ihr die Gefühle, die Sie begleiten: Vorfreude, Glück, Anspannung, manchmal auch Unsicherheit. Die Geburt ist der Höhepunkt dieser besonderen Zeit. In unserer Geburtshilfe am St. Franziskus-Hospital Münster erleben wir jedes Jahr über 2.000 Geburten – und wissen: Für eine gute Geburt im Krankenhaus zählen vor allem Zeit, Ruhe und ein geschützter Raum.
Unser Team aus Ärzt:innen, Hebammen und Pflegekräften nimmt „Geburtshilfe“ wörtlich. Wir unterstützen Sie auf Ihrem individuellen Weg – mit dem Ziel einer möglichst natürlichen Geburt, aber auch dann, wenn eine Mehrlingsgeburt, Frühgeburt, Risikogeburt oder ein Kaiserschnitt besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Damit Sie Ihr Kind so natürlich wie möglich zur Welt bringen können, bieten unsere großzügigen Kreißsäle vielfältige Optionen: Wassergeburten, aufrechte Gebärpositionen sowie die Nutzung von Seil, Hocker oder Gebärinsel. Als Perinatalzentrum Level I mit Neonatologie und Kinderintensivmedizin im selben Krankenhaus sind wir zugleich auf besondere Situationen bestens vorbereitet. So verbinden wir in unserer Geburtsstation in Münster moderne Medizin mit einfühlsamer Begleitung – für eine Geburt, die zu Ihnen passt.
Geburtsformen und besondere Geburtssituationen
Individuell und sicher begleitet
Die Geburt Ihres Kindes ist ein natürlicher Prozess – und wir sind da, um ihn achtsam zu begleiten. In unserer Geburtshilfe steht die natürliche Geburt im Mittelpunkt: Ein erfahrenes Team aus Ärztinnen, Ärzten und Hebammen unterstützt Sie dabei, Ihren eigenen Weg zu finden.
Wir nehmen Ihre Wünsche ernst, geben Ihnen Zeit und fördern eine familienorientierte Atmosphäre. Ihr:e Partner:in oder eine andere Vertrauensperson kann Sie selbstverständlich während der gesamten Geburt begleiten. Gemeinsam mit Ihnen wählen wir die Gebärposition, die sich für Sie am stimmigsten anfühlt, und unterstützen eine möglichst sanfte Anpassung Ihres Kindes an die neue Umgebung.
Erfahren Sie mehr zu unseren geburtserleichternden Angeboten.
Gleichzeitig achten wir auf höchstmögliche Sicherheit: Als Perinatalzentrum Level 1 verfügen wir über umfassende Erfahrung und medizinische Kompetenz – auch dann, wenn unerwartete Situationen auftreten. So verbinden wir die natürliche Geburt mit verlässlichem Schutz für Mutter und Kind.
Sicher im Krankenhaus, schnell zu Hause
Sie wünschen sich eine Geburt im Krankenhaus mit höchster Sicherheit – und möchten dennoch möglichst rasch in Ihre vertraute Umgebung zurückkehren? In unserer Geburtshilfe Münster ist eine ambulante Geburt möglich.
Sie werden während der Geburt und in den ersten Stunden danach in unserem Kreißsaal umsorgt. Wenn Sie und Ihr Kind nach einer unkomplizierten Geburt stabil sind, können Sie noch am selben Tag nach Hause gehen. Natürlich können Sie auch länger auf unserer Geburtsstation bleiben, wenn Sie mehr Zeit und Unterstützung benötigen.
Für die Betreuung im Wochenbett zu Hause sollten Sie frühzeitig Kontakt zu einer Hebamme sowie zu Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt aufnehmen – so ist Ihr weiterer Weg nach der Geburt im Krankenhaus gut vorbereitet.
Sanft und entlastend
Die Wassergeburt ist eine sehr sanfte Entbindungsform. Hierbei wird das Baby behutsam über das körperwarme Wasser zur Welt gebracht. Viele Frauen empfinden die Verbindung aus Entspannungsbad und dem letzten Geburtsabschnitt im Wasser als Erleichterung und Bewegungen sind im Wasser einfacher.
Eine kontinuierliche Überwachung des ungeborenen Kindes ist mittels eines speziell dafür ausgerüsteten CTGs (Herztonüberwachung) gewährleistet. Jederzeit kann die Geburt aber auch in einer anderen Form, etwa im Kreißsaalbett, zu Ende geführt werden.
Bei der Beckenendlage liegt das Baby mit dem Steiß im mütterlichen Becken. Dies ist bei etwa fünf Prozent der Geburten der Fall.
Falls bei Ihnen eine Beckenendlage vorliegt, sollten Sie sich zur Geburtsplanung in unserer Sprechstunde vorstellen. Auch aus einer Beckenendlage ist eine natürliche Geburt möglich, es kann aber auch sinnvoll sein, einen geplanten Kaiserschnitt durchzuführen.
Es gibt außerdem die Möglichkeit ab der 36. SSW das Baby von außen mit bestimmten Handgriffen im Bauch in Schädellage zu drehen, man spricht hier von der „äußeren Wendung“. Dies geschieht unter sorgfältiger CTG- und Ultraschallkontrolle, damit für Sie und Ihr Kind größtmögliche Sicherheit gewährleistet werden kann. Mögliche Risiken bestehen in der vorzeitigen Ablösung des Mutterkuchens oder dem Abfall der fetalen Herzfrequenz. Die Erfolgsrate bei einer äußeren Wendung liegt bei etwa 50 Prozent. Eine Wendung wird ambulant bei uns im Kreißsaal durchgeführt, für den Notfall steht immer ein Team für einen Kaiserschnitt bereit.
Welcher Weg für Sie und Ihr Kind der Beste ist, wird individuell in einem persönlichen Beratungsgespräch im Rahmen unserer Sprechstunde festgelegt.
Wenn ein Kaiserschnitt notwendig ist, führen wir diesen wenn möglich sanft nach Misgav-Ladach durch. Dabei bleiben die anatomischen Strukturen der Bauchwand (Nerven, Gefäße, Muskulatur) in ihrem Verlauf erhalten und es verringert sich die Schmerzintensität nach der Operation.
Der stationäre Aufenthalt ist deswegen deutlich verkürzt. Bei jeder Kaiserschnittentbindung ist ein Kinderarzt anwesend. Mehr als 90 Prozent aller Kaiserschnitte werden unter örtlicher Betäubung in Spinal-Anästhesie durchgeführt. So können die Eltern, wie bei einer normalen Geburt, sofort Kontakt zu ihrem Kind aufnehmen. Hierbei ist uns besonders wichtig, dass das Kind bei der Mutter im Operations-Saal bleibt. Es wird auf die Brust der Mutter gelegt und kann den Geruch der Mutter, ihre Wärme und Zuneigung spüren. Durch dieses "Bonding" kann eine ungestörte Mutter-Kind-Beziehung entstehen, wobei der Vater von Anfang an mit einbezogen wird.
Vorteile eines Kaiserschnitts:
- evtl. Vorteile für Leben und Gesundheit von Mutter und Kind
- kann im Geburtsverlauf „not“-wendig werden, d. h. er kann Not abwenden
- sehr sichere Entbindungsmethode
- Gefahr ernsthafter, langfristiger Schäden ist geringer
- gut planbar
Nachteile/mögliche Gefahren und Komplikationen eines Kaiserschnitts:
- Blutungen, Nachblutungen
- Infektionen
- Wundheilungsstörungen
- Wund- und Narbenschmerzen
- Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes
- Verletzung von Darm, Harnleiter, Blase, Kind
- Thrombose, Embolie
- reduzierte Fruchtbarkeit
- Uterusruptur bei Folgeschwangerschaft
- Einnistungsstörung des Mutterkuchens bei Folgeschwangerschaft
- Atem- und Anpassungsstörungen des Neugeborenen
- gestörtes Bonding
- Störung der Cortisol-Ausschüttung des Feten
- Totgeburt-Risiko in der nächsten Schwangerschaft erhöht
- Schmerzen erst nach dem Kaiserschnitt – selbst bei der angeblich sanften Methode
- weitere Operationen schwieriger und risikoreicher
- Möglichkeit der Entstehung von Verwachsungen
- Es fehlt:
- Katecholaminausschüttung beim Kind, dadurch evtl. gestörtes Bonding
- Oxytocinausschüttung bei der Mutter (Oxytocin = Liebeshormon)
- Lebensgefahr für die Mutter dreimal so hoch
- Kind: Risiko für Diabetes, Asthma, Allergien und Krebs höher
- Entfremdung von einem natürlichen Geschehen
- Aufgabe der Selbstbestimmung
Allein in NRW leben 45.000 Frauen und Mädchen, die von FGM (Female Genital Mutilation, Beschneidung der Frau) betroffen sind. Sollten Sie dazu gehören, können Sie sich gern bei uns vorstellen.
Im Rahmen unserer Risikosprechstunde für Schwangere besprechen wir, welcher Geburtsmodus in Frage kommt und ob es sinnvoll sein kann, im Rahmen der Geburt oder im Vorfeld eine Eröffnung vorzunehmen.
Betreuung von Fehl- und Totgeburten
Nicht immer erfüllt sich die Hoffnung auf ein Leben mit einem Kind. Wenn ein Kind in der Schwangerschaft oder bei der Geburt stirbt, ist das eine überaus schmerzliche Erfahrung.
Wir bieten umfassende Unterstützung für Mütter und Väter, deren Kind während der Schwangerschaft (Fehl- oder Totgeburt) oder bei der Geburt verstorben ist. Wir stehen den Eltern bei in ihrem Abschiednehmen. Die Seelsorge und weitere Ansprechpersonen sind während des Klinikaufenthaltes und auch darüber hinaus ansprechbar.
Bei stillgeborenen Kindern mit einem Geburtsgewicht über 500 Gramm veranlassen die Eltern die Bestattung. Alle stillgeborenen Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm – auch wenn sie noch so klein und von Gestalt noch nicht zu erkennen sind – werden unter würdigen Bedingungen mehrmals im Jahr gemeinsam bestattet. Weitere Informationen finden Sie unter Grabstätte für das ungeborene Leben. Auf Wunsch können Eltern ihr stillgeborenes Kind mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm auch individuell – und meist kostenlos – auf einem sogenannten Sternchenfeld beisetzen.
Weitere Informationen unter „Sternenkinder“




