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Klinik für Orthopädie, Endoprothetik und Unfallchirurgie

St. Franziskus-Hospital Münster

Behandlungen am Knie

In der Klinik für Orthopädie, Endoprothetik und Unfallchirurgie behandeln wir alle akuten und chronischen Erkrankungen sowie Verletzungen des Kniegelenks. Patientinnen und Patienten erhalten bei uns das gesamte orthopädische Behandlungsspektrum.

Am Anfang jeder Behandlung stehen eine ausführliche Beratung und eine sorgfältige Diagnostik. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Funktion des Kniegelenks zu verbessern und Ihnen wieder eine möglichst schmerzfreie Beweglichkeit zu ermöglichen.

Orthopädinnen und Orthopäden arbeiten dabei eng mit Pflegefachpersonen und Therapeut:innen zusammen. So entsteht ein individuelles Behandlungskonzept, das auf Ihre Beschwerden und Bedürfnisse abgestimmt ist — von der ersten Untersuchung bis zur Nachsorge.

Therapie von Knieschmerzen

Ein verschlissenes Kniegelenk kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • Fehlstellungen wie X-Bein oder O-Bein
  • Folgen von Unfällen, z.B. Knochenbruch oder Kreuzbandriss
  • vorzeitiger Gelenkverschleiß ohne erkennbare Ursache

Wenn konservative Behandlungen wie Medikamente, Injektionen, Physiotherapie oder physikalische Maßnahmen nicht mehr ausreichen, kann ein künstliches Kniegelenk notwendig sein.

In der Regel wird eine Kniegelenkprothese als sogenannter Oberflächenersatz eingesetzt. Das bedeutet: Nur die geschädigten Gelenkflächen an Ober- und Unterschenkelknochen werden ersetzt, während Bänder und Gelenkkapsel in vielen Fällen erhalten bleiben.

Bei ausgeprägten Deformierungen, stark instabilen Kniegelenken oder bei Kunstgelenk-Wechsel-Operationen kommen stabilere Implantate zum Einsatz, die mit längeren Stielen im Knochen verankert werden. Die Auswahl des künstlichen Kniegelenks erfolgt immer individuell und wird ausführlich mit Ihnen besprochen.

Die Implantation eines künstlichen Kniegelenks erfolgt in Voll- oder Teilnarkose und dauert in der Regel ein bis zwei Stunden.

Dabei werden zunächst die verschlissenen Gelenkoberflächen an Oberschenkelknochen und Schienbeinkopf entfernt und passgenau vorbereitet. Mit Probeimplantaten werden anschließend Sitz des Gelenkersatzes und Beinachse kontrolliert.

Danach werden die endgültigen Metallimplantate eingesetzt. Ein Einsatz aus Polyethylen übernimmt die Funktion des Meniskus und wird auf die Tibiakomponente aus Metall aufgesetzt. Je nach Ausmaß der Schädigung kann zusätzlich die Gelenkfläche der Kniescheibe ersetzt werden.

Nach einer abschließenden Beweglichkeits- und Stabilitätsprüfung werden Gelenk und Wunde verschlossen. Ziel der Endoprothetik ist es, Ihnen mit einem künstlichen Kniegelenk wieder eine möglichst schmerzarme und belastbare Beweglichkeit zu ermöglichen.

Nach einer bestimmten Standzeit kann es bei Knieprothesen zu Lockerungen oder Verschleiß kommen. In solchen Fällen ist häufig eine Kunstgelenk-Wechsel-Operation erforderlich.

Ein TEP-Wechsel am Kniegelenk ist in der Regel komplexer als die Erstimplantation. Er erfordert:

  • ein erfahrenes OP-Team
  • spezielle Wechselimplantate
  • Knochenersatzmaterial
  • eine enge Zusammenarbeit mit Anästhesie, Intensivmedizin, Mikrobiologie, Pathologie und Physiotherapie

In unserem Endoprothetik-Zentrum besteht eine besondere Spezialisierung auf Wechseloperationen an Hüft- und Kniegelenken. Jährlich werden weit über hundert dieser Eingriffe durchgeführt. So erhalten Patientinnen und Patienten mit gelockerten oder verschlissenen Kunstgelenken eine Behandlung nach aktuellen Standards der Endoprothetik.

Nicht jede Knieerkrankung erfordert sofort ein künstliches Kniegelenk. Häufig können Beschwerden durch gelenkerhaltende Operationen erfolgreich behandelt werden, zum Beispiel bei Sportverletzungen mit Kreuzbandrupturen oder Meniskusschäden.

Hier kommen häufig arthroskopische, also minimalinvasive Eingriffe zum Einsatz. Über kleine Hautschnitte werden Kamera und feine Instrumente in das Kniegelenk eingebracht, um Meniskus, Bänder oder Knorpel möglichst gewebeschonend zu behandeln. In unserer Klinik werden jährlich zahlreiche Arthroskopien des Kniegelenks durchgeführt, sodass unsere Orthopädinnen und Orthopäden über eine hohe Erfahrung mit diesen Verfahren verfügen.

Auch bei Verschleißveränderungen, die durch eine O- oder X-Bein-Fehlstellung verursacht werden, kann eine gelenkerhaltende Operation sinnvoll sein. Durch eine Korrektur der Beinachse, zum Beispiel in Form einer Umstellungsosteotomie, wird der überlastete Gelenkbereich entlastet. Das kann:

  • Beschwerden deutlich lindern
  • den Fortschritt des Gelenkverschleißes verlangsamen
  • den Zeitpunkt einer möglichen Endoprothetik um viele Jahre hinauszögern

So bietet die Knieorthopädie ein breites Spektrum von der gelenkerhaltenden Therapie bis zur Endoprothetik — immer mit dem Ziel, eine individuell passende und möglichst schonende Behandlung zu finden.

Ihr Weg zur Therapie in der Klinik für Orthopädie und Endoprothetik


Wenn Sie unter Knieschmerzen leiden, prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, ob eine konservative, nicht operative Behandlung erfolgversprechend ist. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, sprechen wir mit Ihnen über operative Möglichkeiten — gelenkerhaltend oder mit Gelenkersatz.

So stellen wir sicher, dass jede Patientin und jeder Patient die passende und zugleich möglichst schonende Behandlung erhält.

Wenn Sie mehr über unsere Therapiemöglichkeiten erfahren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.