Im Notfall 112 wählen

Im medizinischen Notfall erreichen Sie uns 24/7 über unsere Notaufnahme.
 

Bei lebensbedrohlichen Notfällen rufen Sie den Notruf 112.
 

Bei nicht dringlichen Erkrankungen, planbaren Untersuchungen oder länger bestehenden Beschwerden sollten Sie sich zunächst an Ihre Hausarztpraxis oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) wenden. So helfen Sie mit, die Notfallmedizin in der Notaufnahme für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten freizuhalten.

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Neonatologie und Kinderintensivmedizin

St. Franziskus-Hospital Münster

Intensivstation für Neu- und Frühgeborene
Spezialisierte Versorgung in geschützter Umgebung

Unser Perinatalzentrum liegt direkt am Kreißsaal und verbindet moderne Medizintechnik mit einer familienorientierten Atmosphäre. Die räumliche Nähe zur Geburt ermöglicht es, Früh- und Neugeborene im Bedarfsfall ohne Zeitverlust zu übernehmen und gleichzeitig Mutter und Kind so nah wie möglich beieinander zu lassen

Für die intensivmedizinische Betreuung stehen sechs Intensivzimmer mit insgesamt zwölf Behandlungsplätzen zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch zwei spezielle Mutter-Kind-Plätze. Hier können Mütter und ihre Kinder direkt nach der Geburt gemeinsam aufgenommen und engmaschig betreut werden. So verbinden wir intensivmedizinische Sicherheit mit der wichtigen frühen Nähe zwischen Mutter und Kind. 

Zusätzlich stehen acht IMC-Plätze (Intermediate Care) für Kinder zur Verfügung, die nach einer schweren Erkrankung oder Frühgeburt bereits stabiler sind, aber weiterhin eine engmaschige Überwachung und besondere Pflege benötigen. So schaffen wir einen abgestuften und sicheren Übergang von der Intensivtherapie bis zur Vorbereitung auf die Entlassung.

Unser ärztliches und pflegerisches Team ist rund um die Uhr für die kleinen Patientinnen und Patienten sowie ihre Familien da.

Für die Phase vor der Entlassung stehen zwei spezielle Familienzimmer zur Verfügung. Hier haben Eltern die Möglichkeit, die Versorgung ihres Kindes im Klinikrahmen zunehmend selbst zu übernehmen und den Alltag zu Hause realitätsnah einzuüben – selbstverständlich begleitet durch unser erfahrenes Team. Ziel ist es, den Übergang nach Hause für alle Beteiligten so sicher, gut vorbereitet und vertrauensvoll wie möglich zu gestalten.

 

Eine Umgebung, die Sicherheit und Entwicklung unterstützt

Früh- und Neugeborene brauchen eine Umgebung, die medizinische Versorgung und Schutz gleichermaßen bietet. Je früher ein Kind zur Welt kommt, desto unreifer ist die Haut und desto schwerer fällt es den Kleinen, Körpertemperatur und Flüssigkeitshaushalt selbst zu regulieren. Deshalb werden Frühgeborene in der Regel zunächst im Inkubator versorgt. Wärme und Feuchtigkeit schaffen dort Bedingungen, die dem Schutzraum im Mutterleib ähneln und das Kind bei der Stabilisierung unterstützen.

Mit zunehmender Reife kann die Versorgung in ein Wärmebett übergehen. In den letzten Tagen vor der Entlassung schlafen viele Kinder bereits in einem normalen Kinderbett mit Schlafsack. So wird die Umgebung schrittweise an die Entwicklung des Kindes angepasst.

Wir achten darauf, äußere Reize bewusst zu reduzieren. Gedämpftes Licht, eine angepasste Lautstärke und geschützte Ruhephasen helfen den Kindern, sich in ihrer neuen Umgebung besser zurechtzufinden. Geräte, Kabel und Schläuche gehören auf einer Neugeborenen-Intensivstation oft zur Behandlung dazu. Sie ermöglichen eine genaue Überwachung und unterstützen zum Beispiel Atmung, Sauerstoffversorgung, Nahrungsaufbau und Flüssigkeitszufuhr.

Sanfte Pflege
mit Nähe, Ruhe und Kontinuität

In der Pflege legen wir großen Wert auf Bezugspflege. Das bedeutet, dass sich nach Möglichkeit immer dieselben Pflegepersonen um ein Kind kümmern. So können wir noch genauer auf individuelle Bedürfnisse eingehen und eine verlässliche, ruhige Begleitung schaffen.

Gerade zu Beginn übernehmen die Pflegenden einen großen Teil der Versorgung. Eltern bleiben jedoch die wichtigsten Bezugspersonen für ihr Kind. Deshalb beziehen wir sie von Anfang an so gut wie möglich ein und leiten sie Schritt für Schritt an. Mit der Zeit lernen Eltern, die Signale und Bedürfnisse ihres Kindes immer besser wahrzunehmen und sicherer mit der neuen Situation umzugehen. Alles, was die frühe Bindung zwischen Eltern und Kind stärkt, ist für uns ein selbstverständlicher Teil der Begleitung im St. Franziskus-Hospital.

Wir arbeiten nach dem Konzept der Basalen Stimulation. Die erste Kontaktaufnahme mit dem Kind geschieht über die Hände. Ruhige Bewegungen mit der flach aufgelegten Hand vermitteln Nähe, Zuwendung und Sicherheit. Durch diese gezielten Berührungen können Kinder ihren eigenen Körper, die Berührung durch die Eltern und ihre Umgebung besser wahrnehmen.

Besonders Frühgeborene haben häufig noch Schwierigkeiten in ihrer Bewegung und Körperwahrnehmung. Durch gezielte Berührungen, etwa an Brustkorb und Becken, sowie durch unterstützende Bewegungsübungen können sie in ihrer Entwicklung gefördert werden. So lernt das Kind, Muskelgruppen besser zu koordinieren, den eigenen Körper wahrzunehmen und seine Bewegungen schrittweise weiterzuentwickeln. Auch die Babymassage kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Die ruhigen Berührungen, die Eltern bei uns erlernen, vermitteln dem Kind Vertrauen und können muskuläre Anspannungen sowie häufige Verdauungsprobleme im Frühgeborenenalter lindern.

Känguruhen
und entwicklungsfördernde Begleitung

Der direkte Körperkontakt zu den Eltern ist für Früh- und Neugeborene von großer Bedeutung. Deshalb ermöglichen und fördern wir das Känguruhen, sobald es der Gesundheitszustand des Kindes zulässt. Der Hautkontakt kann Atmung, Kreislauf und Temperaturregulation stabilisieren und stärkt zugleich die Bindung zwischen Eltern und Kind.

Darüber hinaus unterstützen wir die Kinder durch entwicklungsfördernde Pflege, gezielte Berührungen und Bewegungsangebote. Gerade Frühgeborene profitieren davon, ihren Körper besser wahrzunehmen und Bewegungsabläufe schrittweise zu entwickeln. Auch Eltern werden dabei angeleitet und begleitet, damit sie ihr Kind in dieser Phase aktiv unterstützen können.