Hüftdysplasie bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
Spezialisierte Behandlung in unserer Klinik für Kinderorthopädie und Neuroorthopädie
In unserer Klinik für Kinderorthopädie und Neuroorthopädie am St. Franziskus-Hospital Münster betreuen wir Kinder und Jugendliche mit Hüftdysplasie vom Säuglingsalter bis ins Jugendalter. Unser erfahrenes Team der Kinderorthopädie ist auf Diagnostik, konservative Behandlung und operative Korrekturen von Hüfterkrankungen im Kindesalter spezialisiert.
Konservative Therapie
Ziel der Behandlung ist es, Hüftkopf und Hüftpfanne in eine stabile, physiologische Position zu bringen, damit sich das Hüftgelenk normal entwickeln kann.
Je früher die Therapie beginnt, desto schonender und erfolgreicher ist sie. In unserer Klinik kommen je nach Schweregrad unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:
- Breitwickeln bzw. Anhock-Spreizhaltung
- Unterstützt eine physiologische Haltung der Hüfte.
- Wird bei leichten Reifungsverzögerungen empfohlen und engmaschig kontrolliert.
- Spreizhose oder Hüftbeugeschiene (z.B. Tübinger Schiene)
- Hält die Hüften in einer günstigen Beuge- und Spreizstellung.
- Die Tragedauer richtet sich nach dem Befund (meist Wochen bis Monate).
- In unserer Sprechstunde erfolgen regelmäßige Ultraschallkontrollen, um den Therapieerfolg zu überwachen und die Behandlung anzupassen.
In sehr vielen Fällen erreichen wir mit diesen konservativen Maßnahmen eine vollständige Ausreifung der Hüftgelenke.
Behandlung schwererer Hüftfehlbildungen und Hüftluxation
Bei ausgeprägten Hüftdysplasien oder einer Hüftluxation (ausgerenkte Hüfte) sind manchmal intensivere Maßnahmen notwendig. In unserer Klinik bieten wir ein umfassendes Behandlungsspektrum an:
- Einrenkung (Reposition) der Hüfte, bei Bedarf in Narkose
- Gipsruhigstellung (z.B. Becken-Bein-Gips), um die eingerenkte Hüfte zu stabilisieren
- Bei spät erkannten oder schweren Fehlbildungen:
- perative Korrekturen an der Hüftpfanne und/oder am Oberschenkelknochen
Ziel ist eine dauerhaft stabile und gut überdachte Stellung des Hüftgelenks.
- perative Korrekturen an der Hüftpfanne und/oder am Oberschenkelknochen
Durch die enge Zusammenarbeit in unserem interdisziplinären Team (Kinderorthopädie, Anästhesie, Pflege, Physiotherapie, Orthopädietechnik) können wir Kinder vor, während und nach einem Eingriff umfassend begleiten.
Die Hüftdysplasie gehört zu den häufigsten angeborenen orthopädischen Erkrankungen:
- Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.
- Kinder, die in Beckenendlage (Steißlage) lagen, haben ein erhöhtes Risiko.
- Liegt eine familiäre Vorbelastung vor (Eltern oder Geschwister mit Hüftdysplasie), ist die Wahrscheinlichkeit ebenfalls erhöht.
In unserer kinderorthopädischen Sprechstunde sehen wir regelmäßig Kinder mit Hüftreifungsstörungen und können Eltern sicher durch Diagnostik und Therapie begleiten.
Die Entstehung einer Hüftdysplasie ist meist multifaktoriell. Häufige Risikofaktoren sind:
- Beckenendlage im Mutterleib
- Erstgeburt (engere Platzverhältnisse)
- Familiäre Belastung
- Verminderte Fruchtwassermenge
- Mechanische Einflüsse nach der Geburt, z.B. sehr enges Pucken mit gestreckten Beinen
Eltern trifft in aller Regel keine Schuld. Wichtig ist, dass die Hüftreifungsstörung frühzeitig erkannt und fachgerecht behandelt wird. Dabei unterstützen wir Sie in unserer Klinik Schritt für Schritt.
Eine Hüftdysplasie verursacht bei Säuglingen zunächst oft keine eindeutigen Beschwerden. Viele Veränderungen werden im Rahmen der Hüftsonographie bei der U3-Untersuchung entdeckt.
Mögliche Auffälligkeiten sind:
- unterschiedlich wirkende Beinlängen
- asymmetrische Gesäß- oder Oberschenkelfalten
- eingeschränktes Abspreizen der Beine beim Wickeln
- später: verzögerter Laufbeginn oder hinkender Gang
Diese Anzeichen sind nicht beweisend, sollten aber Anlass für eine kinderorthopädische Abklärung sein. In unserer Sprechstunde prüfen wir, ob eine behandlungsbedürftige Hüftdysplasie vorliegt.
In Deutschland wird im Rahmen der U3-Vorsorgeuntersuchung ein Hüftultraschall durchgeführt. Fällt dieser auffällig aus oder bestehen Risikofaktoren, kann eine weiterführende Untersuchung in einer spezialisierten Kinderorthopädie sinnvoll sein.
In unserer Klinik verwenden wir:
- Klinische Untersuchung
- Beweglichkeit und Stabilität der Hüftgelenke
- Vergleich der Beinlängen
- Hüftsonographie (Ultraschalluntersuchung der Hüfte)
- schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung
- standardisierte Beurteilung der Hüftreife
- bei älteren Kindern:
- ggf. Röntgenaufnahmen zur Beurteilung der Knochenstruktur und Pfannenform
Durch unsere Spezialisierung in der Kinderorthopädie können wir Befunde präzise einordnen und gemeinsam mit Ihnen die beste Behandlungsstrategie festlegen.
Als Eltern können Sie die Hüftentwicklung Ihres Kindes unterstützen:
- Nehmen Sie alle U-Untersuchungen wahr – insbesondere den Hüftultraschall bei der U3.
- Achten Sie beim Tragen auf eine Anhock-Spreizhaltung (geeignete Tragehilfen).
- Verzichten Sie auf zu enges Pucken mit gestreckten Beinen.
- Halten Sie alle Kontrolltermine während einer Schienen- oder Gipsbehandlung zuverlässig ein.
- Suchen Sie bei auffälligem Gangbild oder sichtbaren Asymmetrien frühzeitig kinderorthopädische Hilfe.
Unser Team nimmt sich Zeit, Ihre Fragen zu beantworten und gemeinsam mit Ihnen einen gut verständlichen Behandlungsplan zu erstellen.




