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Bei lebensbedrohlichen Notfällen rufen Sie den Notruf 112.
 

Bei nicht dringlichen Erkrankungen, planbaren Untersuchungen oder länger bestehenden Beschwerden sollten Sie sich zunächst an Ihre Hausarztpraxis oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) wenden. So helfen Sie mit, die Notfallmedizin in der Notaufnahme für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten freizuhalten.

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Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin

St. Franziskus-Hospital Münster

Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Es handelt sich um eine chronische Erhöhung des Blutglukosespiegels, die durch einen Insulinmangel oder eine -resistenz hervorgerufen wird. Eine sichere und alltagsnahe Behandlung ist für die betroffenen Kinder und Jugendlichen ebenso wichtig wie für ihre Familien. In unserer Kinderdiabetologie am St. Franziskus-Hospital Münster begleiten wir unsere Patient:innen mit medizinischer Erfahrung, strukturierter Schulung und individueller Betreuung.

Seit vielen Jahren erfolgt die stationäre und ambulante Versorgung in enger Zusammenarbeit Dies geschieht mit der kinder- und jugenddiabetologischen Schwerpunktpraxis Dr. Ralph Ziegler in Münster. Durch diese enge Vernetzung können Behandlungsabläufe gut aufeinander abgestimmt und die Betreuung kontinuierlich gestaltet werden. Es werden die neuesten, erfolgreich getesteten Therapieprinzipien eingesetzt.  

In unserem multiprofessionellen Team arbeiten Ärzt:innen, Diabetesberater:innen, Ernährungsberater:innen, Physiotherapeut:innen, psychosoziale Fachkräfte und weitere Berufsgruppen zusammen. So unterstützen wir Kinder, Jugendliche und ihre Familien dabei, den Diabetes zu verstehen, die Therapie sicher umzusetzen und den Alltag gut zu bewältigen.

 

Unsere Angebote

Eine Anpassung der Diabetestherapie ist im Kindes- und Jugendalter häufig notwendig, zum Beispiel bei Wachstum, hormonellen Veränderungen oder veränderten Alltagsanforderungen. Wenn eine ambulante Anpassung nicht ausreicht, kann eine stationäre Therapieeinstellung sinnvoll sein.

Ablauf:

  • Aufnahme je nach Alter allein oder gemeinsam mit den Eltern bei uns auf der Schulkinderstation
  • Beobachtung der Glukosewerte am Tag und in der Nacht
  • Nach und nach finden die Therapieanpassungen statt (auch in besonderen Situationen, wie z.B. bei geplanten Sporteinheiten)
  • Die komplette Neueinstellung mit Schulungen dauert in der Regel 4 – 7 Tage
  • Ungefähr 7 – 10 Tage nach der Entlassung: Planung eines ambulanten Termins um zu schauen, ob die Änderungen auch im häuslichen Umfeld passen (Dauer: ca. 1 Stunde)

Eine gute Schulung ist die Grundlage für einen sicheren Umgang mit Diabetes. Wir vermitteln Wissen zu Therapie, Ernährung, Technik und Alltagssituationen und passen die Inhalte an Alter und Lebenssituation des Kindes an.

Ablauf: 

  • Schulungen bei Manifestation (ca. 2 Wochen)
  • Schulungen in Kleingruppen (3-7 Tage, Termine nach Einladung)
  • Einzelschulungen, z.B. im Rahmen einer Neueinstellung 

Die Umstellung auf eine Insulinpumpentherapie erfordert Zeit, Erfahrung und eine gute Anleitung. Wir begleiten Familien strukturiert bei der Einführung und Anwendung der Pumpe.

  • Bei Manifestation (Kinder <7 Jahren), Dauer: ca. 2 Wochen
  • Bei Umstellung von einer ICT (Pentherapie) zur CSII (Insulinpumpentherapie), Dauer 5-7 Tage (bei 7 Tagen mit einer Wochenendbeurlaubung)
  • Antrag und Bestellung der Insulinpumpe werden über die Praxis geregelt, die Schulung und Einstellung findet dann bei uns auf der Schulkinderstation statt
  • Eltern sollten je nach Alter des Kindes ebenfalls zu den Schulungseinheiten anwesend sein (Stundenplan wird eng mit den Familien abgestimmt) 
  • Es wird ein Termin 7-10 Tage nach der Entlassung geplant, bei dem noch offene Fragen und die ersten Tage zuhause mit der Pumpe besprochen werden. 

Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen mittlerweile die CGM- oder FGM-Messung zur Ergänzung ihrer Therapie. Gemeint ist damit die kontinuierliche Messung des Glukosewertes im Unterhautfettgewebe mittels eines Sensors. Kontinuierliche Glukosemesssysteme können die Diabetestherapie im Alltag erleichtern. Damit diese Systeme sicher genutzt werden können, bieten wir strukturierte Schulungen zur Anwendung und zum Umgang mit den Messwerten an.

Ablauf: 

  • Im Vorfeld werden in der Praxis die Grundzüge der CGM-Messung erklärt sowie verschiedene Systeme vorgestellt.
  • Wenn die Entscheidung für ein System gefallen ist, kümmert sich das Praxisteam/die Familie um die Beantragung sowie die Bestellung des Systems.
  • Im Vorfeld des stationären Aufenthaltes findet ein Termin in der Klinik statt, bei dem der erste Sensor angelegt und die Grundfunktionen erklärt werden (ca. 3 – 5 Tage vor Aufnahme)
  • Die Aufnahme erfolgt dann für 3 Tage bei uns auf der Schulkinderstation, in denen die Schulungen mit dem Programm Spectrum stattfinden (je nach Alter sollten die Eltern bei allen Schulungen anwesend sein)
  • Ggf. werden die Therapieeinstellungen optimiert, was aber nicht unser primäres Ziel ist.
  • Es wird ein Termin 7 – 10 Tage nach der Entlassung geplant, bei dem noch offene Fragen und die ersten Tage zuhause mit dem CGM besprochen werden 

Die Kinder und Jugendlichen mit Diabetes kennen sich meistens schnell sehr gut mit ihrer Erkrankung aus und können einzelne Bestandteile der Therapie schon früh selbst übernehmen. Damit Kinder mit Diabetes auch in Schule, Kindergarten oder Betreuung sicher begleitet werden, beziehen wir auf Wunsch Lehrkräfte, Erzieher:innen und andere Bezugspersonen in die Schulung ein.

Ablauf: 

  • Eine „Betreuerschulung“ dauert in der Regel ungefähr 2 Stunden
  • Im Rahmen der Manifestationsschulung bzw. bis zu 14 Tage danach möglich
  • Über einen Nanny-Einsatz über die Stiftung Dianino auch noch später möglich, dann auch außerhalb der Klinik planbar

Behandlungsformen in unserer Klinik


  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Neonataler Diabetes mellitus
  • Diabetes mellitus MODY