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Klinik für Kardiologie, Angiologie & Elektrophysiologie

St. Franziskus-Hospital Münster

Unser Herzkatheterlabor

Unsere kardiologische Abteilung verfügt über zwei modern ausgestattete Herzkatheterlabore sowie einen interdisziplinär genutzten Hybrid-OP.

Beide Herzkatheterlabore sind technisch so ausgestattet, dass wir Untersuchungen und Eingriffe nach aktuellen medizinischen Standards durchführen können. Im Herzkatheterlabor I kommt eine Anlage zum Einsatz, die die Strahlenbelastung für Patientinnen und Patienten reduziert. Das zweite Herzkatheterlabor ergänzt die Versorgung um weitere moderne Untersuchungs- und Überwachungsmöglichkeiten.

ährlich untersuchen und behandeln wir in unseren Herzkatheterlaboren rund 2.000 Patientinnen und Patienten. Bei mehr als 800 von ihnen führen wir Eingriffe an den Herzkranzgefäßen durch, zum Beispiel mit Ballonaufdehnung und Stentimplantation.

Ob eine Herzkatheteruntersuchung sinnvoll ist, entscheiden wir individuell anhand Ihrer Beschwerden und der Voruntersuchungen, zum Beispiel EKG, Belastungs-EKG, Myokardszintigrafie oder Kardio-CT.

Verfahren im Herzkatheterlabor

Beim innovativen TricValve-Verfahren wird eine ausgeprägte Undichtigkeit der Trikuspidalklappe (Trikuspidalinsuffizienz) mit Hilfe von zwei kleinen Klappenprothesen behandelt, ohne dass eine Operation am offenen Herzen nötig ist.

Über eine Vene in der Leiste werden die beiden künstlichen Klappen mit einem Katheter bis in die obere und untere Hohlvene vorgeschoben, also dorthin, wo das Blut zum rechten Herzen zurückfließt. Dort werden sie freigesetzt und entfalten sich. Die neuen Klappen verhindern, dass Blut in die großen Venen zurückströmt – eine Aufgabe, die die undichte Trikuspidalklappe nicht mehr ausreichend erfüllen kann.

Das Verfahren ist schonend und minimal-invasiv und eignet sich vor allem für Patientinnen und Patienten höheren Alters oder mit schweren Begleiterkrankungen, bei denen eine große Operation zu riskant wäre oder andere Behandlungsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind.

Beim Kardio-CT (Herz-CT) werden mit Hilfe einer modernen Mehrschicht-Computertomografie die Herzkranzgefäße bildlich dargestellt – ähnlich wie bei einer Herzkatheteruntersuchung, aber ohne Katheter im Herzen.

Über eine kurze Röntgenuntersuchung können so Verkalkungen und Verengungen der Herzkranzgefäße erkannt werden. Das Verfahren eignet sich insbesondere zur Abklärung von Brustschmerzen oder bei unklaren Befunden, wenn noch nicht sicher ist, ob ein Herzkatheter notwendig ist.

Das Kardio-MRT ist eine schonende Bildgebung des Herzens, die ohne Röntgenstrahlen auskommt. Mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen entstehen sehr genaue Schnittbilder des Herzmuskels und der Herzklappen.

Wir setzen das Kardio-MRT unter anderem ein, um:

  • Herzmuskelerkrankungen und strukturelle Veränderungen zu beurteilen
  • das Ausmaß von Herzklappenfehlern genauer einzuschätzen
  • Narben im Herzmuskel z.B. nach einem Herzinfarkt sichtbar zu machen
  • Tumore oder Auffälligkeiten am Herzen zu erkennen

So lässt sich die Ursache Ihrer Beschwerden besser einordnen und eine passende Behandlung planen.

Das Carillon® Mitral Contour System® ist ein schonendes, kathetergestütztes Verfahren zur Behandlung einer Undichtigkeit der Mitralklappe (Mitralklappeninsuffizienz) bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz.

Über eine Vene am Hals wird ein spezielles Implantat bis in eine Herzvene (den Koronarsinus) vorgeschoben. Dort spannt es sich wie eine kleine Klammer auf und zieht den Mitralklappenring etwas zusammen. Dadurch kann sich die Mitralklappe wieder besser schließen und die Undichtigkeit nimmt ab.

Das Verfahren ist minimal-invasiv, eine Operation am offenen Herzen ist nicht nötig. Studien zeigen, dass sich unter anderem Luftnot, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität vieler Betroffener verbessern. Nach dem Eingriff bleiben die meisten Patientinnen und Patienten eine Nacht auf einer Überwachungsstation; bei unkompliziertem Verlauf dauert der gesamte Krankenhausaufenthalt in der Regel etwa fünf bis sieben Tage.

Der CS-Reducer ist ein spezielles Implantat für Patientinnen und Patienten mit Angina pectoris (Brustenge), bei denen trotz ausgeschöpfter Medikamente und Eingriffe an den Herzkranzgefäßen weiterhin Beschwerden bestehen und keine weitere sinnvolle Katheter- oder Operationsmöglichkeit mehr zur Verfügung steht.

Über eine Vene am Hals wird ein kleiner, stentähnlicher „Engpass“ in eine Herzvene (den Sinus coronarius) eingesetzt. Dadurch steigt der Druck in diesem Venensystem leicht an. Das führt dazu, dass das Blut vermehrt in bisher schlechter durchblutete Bereiche des Herzmuskels fließt.

Bei vielen Betroffenen können so Brustschmerzen und Engegefühle deutlich gelindert und die Belastbarkeit im Alltag verbessert werden.

Die Impella-Mikroaxialpumpe ist ein kleines, vorübergehend eingesetztes Pumpsystem, das das linke Herz unterstützen kann, wenn es nicht mehr ausreichend Kraft hat – zum Beispiel bei schwerer Herzinsuffizienz oder nach einem schweren Herzinfarkt.

Die Pumpe wird über eine Arterie in der Leiste bis in die linke Herzkammer vorgeschoben. Dort fördert sie Blut aus der Kammer in die Hauptschlagader und entlastet so das geschwächte Herz für eine begrenzte Zeit.

Eingesetzt wird die Impella zum Beispiel:

  • bei akutem oder schwerem chronischem Herzversagen, um Zeit zur Erholung des Herzens oder für weitere Therapien (z.B. Kunstherz, Herztransplantation) zu gewinnen
  • bei Hochrisiko-Herzkathetereingriffen an stark geschädigten Herzkranzgefäßen, um die Versorgung des Körpers während des Eingriffs zu sichern
  • im Notfall bei schwerem kardiogenem Schock nach Herzinfarkt, wenn Medikamente allein nicht ausreichen

Ziel ist es, das Herz kurzfristig zu entlasten und die Durchblutung der Organe zu stabilisieren.

Nicht jede Verengung in einem Herzkranzgefäß muss automatisch behandelt werden. Um entscheiden zu können, ob eine Engstelle die Durchblutung des Herzmuskels tatsächlich deutlich beeinträchtigt, nutzen wir die intrakoronare Druckdrahtmessung.

Dabei wird über den Herzkatheter ein sehr dünner Messdraht in das betroffene Gefäß vorgeschoben. Mit ihm vergleichen wir den Blutdruck im Herzkranzgefäß mit dem Druck in der Hauptschlagader (Aorta).

Aus diesen Messwerten können wir ableiten, ob die Verengung für Sie wirklich relevant ist. So treffen wir eine individuelle Entscheidung, ob eine Behandlung – zum Beispiel mit Ballon und Stent – sinnvoll ist oder ob auf einen Eingriff verzichtet werden kann.

Die intrakoronare Lithotripsie (IVL) ist ein schonendes Katheterverfahren zur Behandlung stark verkalkter Herzkranzgefäße.

Über einen Ballonkatheter werden gezielte Stoßwellen in das verkalkte Gefäß abgegeben. Diese machen die harten Kalkablagerungen feiner und „spröder“, ohne das Gefäß selbst zu verletzen.

Dadurch lässt sich die Engstelle anschließend besser mit einem Ballon aufdehnen und mit einem Stent versorgen. Die IVL kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn eine Engstelle so stark verkalkt ist, dass sie mit herkömmlichen Verfahren allein nicht ausreichend erweitert werden kann.

Die Koronarangiografie ist eine Herzkatheteruntersuchung, mit der die Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden. Sie wird eingesetzt bei:

  • Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit
  • einem Herzinfarkt (Notfall)
  • bestimmten Herzklappenerkrankungen

Die Untersuchung erfolgt in der Regel in örtlicher Betäubung über eine Arterie am Handgelenk, seltener über die Leiste.

  • Über diesen Zugang wird ein dünner Katheter bis zum Herzen vorgeschoben.
  • Über den Katheter geben wir eine kleine Menge Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße.
  • Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen entsteht so ein genaues Bild der Gefäße.

Findet sich eine Engstelle oder ein Verschluss, kann das Gefäß meist direkt in derselben Sitzung behandelt werden (Koronarintervention):

  • Zunächst wird die Engstelle mit einem Ballon aufgedehnt.
  • Anschließend wird häufig eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt, damit das Gefäß dauerhaft offen bleibt.

Beim Zugang über das Handgelenk genügt nach der Untersuchung meist ein kleiner Druckverband. Längere Liegezeiten lassen sich so in der Regel vermeiden.

Bei Vorhofflimmern können sich im Herzen leichter Blutgerinnsel bilden. Mehr als 90 % dieser Gerinnsel entstehen im sogenannten linken Vorhofohr (LAA), einem sehr variabel geformten Anhängsel des linken Herzvorhofs. Gelangen solche Gerinnsel in den Blutkreislauf, können sie einen Schlaganfall auslösen.

Mit einem LAA-Occluder kann dieses Vorhofohr von innen verschlossen werden:

  • Über eine Vene in der Leiste wird ein Katheter bis ins Herz vorgeschoben.
  • Über die Herzscheidewand gelangt der Arzt in den linken Vorhof.
  • Dort wird ein kleines „Schirmchen“ (Occluder) im Vorhofohr platziert, das den Hohlraum zuverlässig verschließt.

Nach dem Eingriff sind regelmäßige Nachkontrollen wichtig. Wie die weitere blutverdünnende Behandlung aussieht, wird individuell anhand des Implantatsitzes, Ihrer Vorerkrankungen und des Behandlungsverlaufs festgelegt.

Die Mitralklappe liegt zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer. Von einer Mitralklappeninsuffizienz spricht man, wenn diese Klappe nicht mehr richtig schließt und „undicht“ ist. Sie ist der zweithäufigste Herzklappenfehler in Europa und oft über die Jahre stetig fortschreitend.

Dadurch fließt bei jedem Herzschlag ein Teil des Blutes aus der linken Herzkammer zurück in den linken Vorhof. Das Herz und die Lungengefäße werden stärker belastet.

Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • Schaden an der Klappe selbst (z.B. durch Alterung, Entzündungen oder angeborene Verdickungen)
  • eine Erweiterung der linken Herzkammer, die den Klappenapparat auseinanderzieht

Leichte Formen machen oft lange keine Beschwerden und werden zufällig im Ultraschall entdeckt. Bei einer ausgeprägten Mitralklappeninsuffizienz können auftreten:

  • Luftnot, zunächst bei Belastung, später evtl. auch in Ruhe
  • nachlassende Leistungsfähigkeit und schnelle Erschöpfung
  • Herzrhythmusstörungen (z.B. Vorhofflimmern)

Bei schweren Formen hat sich die herzchirurgische Operation seit vielen Jahren als Therapieverfahren etabliert. Dabei wird die Klappe rekonstruiert („repariert“) oder durch eine künstliche Herzklappe ersetzt. Zum Teil wird gleichzeitig eine Bypassoperation an den Herzkranzgefäßen oder einer Raffung der Trikuspidalklappe durchgeführt.

Insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten mit bedeutenden Vorerkrankungen kann eine solche Operation jedoch ein deutlich erhöhtes Risiko bedeuten. Für diese Menschen kommen kathetergestützte Verfahren wie das MitraClip®-/PASCAL®-Verfahren als schonende Alternative infrage.

MitraClip® / PASCAL®-Verfahren – schonende Behandlung der Mitralklappe

Beim MitraClip®- bzw. PASCAL®-Verfahren wird eine undichte Mitralklappe über einen Herzkatheter repariert – ohne Operation am offenen Herzen.

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose:

  • Über eine Vene in der Leiste wird ein Katheter bis ins Herz vorgeschoben.
  • Durch die Scheidewand zwischen rechtem und linkem Vorhof gelangt das Einführsystem in den linken Vorhof.
  • Dort wird ein kleiner Clip an der Stelle platziert, an der die Undichtigkeit am größten ist.

Der Clip fasst die beiden Klappensegel und bringt sie näher zusammen. So entsteht eine Art „Steg“ zwischen den Segeln, der die Öffnung für den Rückfluss verkleinert. In vielen Fällen wird die Undichtigkeit dadurch deutlich reduziert, und die Herzschwäche bessert sich spürbar. Gelegentlich sind für ein gutes Ergebnis zwei oder mehr Clips notwendig.

Die Clip-Platzierung wird per Röntgen-Durchleuchtung und Ultraschall über die Speiseröhre (transösophagealen Herzultraschall) gesteuert. Ein Kontrastmittel ist hierfür nicht erforderlich. Je nach Komplexität des Klappenschadens dauert der Eingriff meist zwischen 45 Minuten und 2 Stunden.

Herzteam-Visite – gemeinsame Therapieentscheidung

Für alle Patientinnen und Patienten mit einer bedeutsamen Mitralklappeninsuffizienz findet im St. Franziskus-Hospital eine fachübergreifende Herzteam-Visite statt.

Hier beraten sich verschiedene Expert:innen gemeinsam, welches Verfahren – Operation, MitraClip®/PASCAL® oder eine andere Therapie – in Ihrem individuellen Fall die sicherste und sinnvollste Behandlung darstellt.

Mit OCT und IVUS stehen uns im Herzkatheterlabor besonders genaue Verfahren zur Verfügung, um das Innere der Herzkranzgefäße zu sehen – deutlich detaillierter als mit der normalen Röntgendurchleuchtung allein.

Bei der OCT wird mit Hilfe von Licht eine Art „Mikroskop-Bild“ der Gefäßwand erzeugt.

Beim IVUS wird ein winziger Ultraschallkopf im Gefäß eingesetzt, der von innen Ultraschallbilder liefert.

So können wir:

  • Ablagerungen, Verkalkungen und kleine Risse in der Gefäßwand erkennen
  • Frühformen von Gefäßerkrankungen anhand von Fett- oder Kalkablagerungen sowie Verdickungen einzelner Wandschichten erkennen und gegebenenfalls frühzeitig behandeln
  • Größe, Lage und Sitz eines Stents sehr genau beurteilen

Gerade bei komplexen Eingriffen hilft uns diese Technik, einen Stent optimal zu platzieren und das Behandlungsergebnis in Echtzeit zu kontrollieren – für Sie völlig schmerzfrei und während des laufenden Eingriffs.

PFO ist die Abkürzung für „persistierendes Foramen ovale“ und bezeichnet eine dauerhaft bestehende Öffnung in der Herzscheidewand, die den rechten und linken Herzvorhof voneinander trennt. Meist hat sich ein Teil dieser Trennwand bereits im Mutterleib nicht oder nur unzureichend ausgebildet. Sind die Öffnungen zu groß oder sind mehrere Öffnungen vorhanden, gelangt bei jedem Pumpvorgang des Herzens ein Teil des Blutes in den „falschen“ Vorhof und kann so die angrenzenden Strukturen belasten.

Durch dieses Loch können außerdem kleine Blutgerinnsel, die sonst in der Lunge abgefangen und aufgelöst würden, direkt in den Körperkreislauf gelangen. Diese Gerinnsel können kleine Arterien im Gehirn verstopfen und so Schlaganfälle auslösen.

Um bei Patientinnen und Patienten nach einem kryptogenen Schlaganfall (Schlaganfall ohne erkennbare andere Ursache) ein erneutes neurologisches Ereignis zu vermeiden, kommt ein interventioneller PFO-Verschluss in Betracht. Dabei wird über eine Punktion in der Leiste die Öffnung mit einer Doppelschirmprothese verschlossen, die zusätzlich durch einen kleinen Anker an der Herzscheidewand fixiert wird.

Die Vorgehensweise ähnelt der einer Herzkatheteruntersuchung: 

  •   Über eine Vene in der Leiste wird ein dünner Katheter bis zur Öffnung in der Herzscheidewand vorgeschoben. 
  •  Dort wird ein kleines Doppelschirmchen (Occluder) platziert, das das Loch von beiden Seiten verschließt. 
  • Das Schirmchen entfaltet sich an Ort und Stelle und wird durch einen kleinen Anker sicher in der Scheidewand gehalten.

Die Platzierung von Anker und Schirmchen erfolgt unter Röntgendurchleuchtung und Herzultraschallkontrolle und dauert in der Regel etwa 30 Minuten.

Die pulmonale Thrombektomie mit dem Penumbra-System ist ein kathetergestütztes Verfahren zur mechanischen Entfernung von Blutgerinnseln in den Lungenarterien bei einer akuten Lungenembolie.

Bei diesem minimalinvasiven Eingriff wird über einen Venenzugang in der Leiste ein spezieller Katheter in die Blutbahn bis zu den Blutgerinnseln vorgeschoben. Dort können die Gerinnsel mithilfe von Saugkraft und mechanischer Zerkleinerung entfernt werden.

Der Rechtsherzkatheter ist eine spezielle, invasive Untersuchung des rechten Herzens. Er dient vor allem dazu, die Druck- und Flussverhältnisse (Hämodynamik) im Herzen und in den Lungengefäßen zu messen. So können unter anderem die Lungengefäße beurteilt und ein möglicher Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) diagnostiziert werden.

Unter Röntgenkontrolle wird dabei ein Katheter über eine Vene in der Leiste in die rechte Herzhälfte (rechter Vorhof und rechte Kammer) und weiter in die Lungengefäße vorgeschoben. Anschließend können verschiedene Messungen durchgeführt werden, zum Beispiel:

  • Druckwerte in den Lungengefäßen
  • Druck in rechter Kammer und rechtem Vorhof
  • Messung des Herzzeitvolumens (wie viel Blut das Herz pro Minute pumpt)

Rotablation
Die Rotablation ist ein Verfahren, das bei stark verkalkten Engstellen in den Herzkranzgefäßen eingesetzt wird. Über einen Herzkatheter wird dabei ein kleiner, diamantbesetzter Mikrobohrer in das Gefäß eingebracht, der den Kalk aus der Gefäßwand abträgt. Der Kalk wird in sehr feine Partikel zerkleinert, die mit dem Blutstrom abtransportiert und vom Körper aufgenommen werden können. Anschließend wird die verbleibende Engstelle mit einem Ballon aufgedehnt und in der Regel mit einem Stent versorgt.

Orbitale Atherektomie
Die orbitale Atherektomie ist ebenfalls ein kathetergestütztes Verfahren zur Vorbereitung stark verkalkter Herzkranzgefäße. Hierbei schleift ein rotierender, diamantbeschichteter Bohrkopf die Ablagerungen an der Gefäßwand ab. Dieses Verfahren wird bei besonders komplizierten, verkalkten Engstellen eingesetzt, um die Stelle optimal für die spätere Stentimplantation vorzubereiten.

Das Gefäßlumen wird dabei konzentrisch erweitert, wodurch das Risiko eines „Festbohrens“ im Vergleich zur Rotablation reduziert wird. Zugleich kann die Positionierung und Entfaltung des Stents verbessert werden, was sich positiv auf das Langzeitergebnis der Behandlung auswirkt.

Bei der hypertroph-obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM) ist die Herzscheidewand verdickt. Dadurch wird der Blutausstrom aus der linken Herzkammer behindert. Die kathetergeführte Septalastablation, auch TASH genannt, ist ein etabliertes Verfahren für ausgewählte Patientinnen und Patienten.

Dabei wird gezielt ein „künstlicher Herzinfarkt“ in dem verdickten Muskelbereich ausgelöst, um die Einengung im Ausflusstrakt der linken Kammer zu verringern oder ganz zu beseitigen:

Der Eingriff erfolgt über einen Herzkatheter in lokaler Betäubung und wird durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens von außen (transthorakale Echokardiografie) überwacht.

Das Zielgefäß – ein kleiner Seitenast der linken Herzkranzarterie, der die Herzmuskulatur im Bereich des linksventrikulären Ausflusstraktes versorgt (sogenannte Septalast) – wird mit einem feinen Draht aufgesucht und mit einem Ballon gezielt verschlossen.

Über diesen Ballon wird anschließend Alkohol (Alkoholablation, sog. TASH) eingespritzt, der den verdickten Herzmuskel an dieser Stelle kontrolliert verödet.

Nach dem Eingriff werden die Patientinnen und Patienten zunächst für 24 Stunden auf unserer Intensivstation überwacht und anschließend auf die Station verlegt. Während dieser Zeit erfolgt eine durchgängige Überwachung des Herzrhythmus (telemetrisch), um auf mögliche Herzrhythmusstörungen im Zusammenhang mit dem Eingriff sofort reagieren zu können.

Vor der Entlassung wird erneut eine transthorakale Ultraschallkontrolle des Herzens durchgeführt, um den Therapieerfolg zu überprüfen – unter anderem durch erneute Messung des Druckgradienten in der linken Herzkammer.

Trikuspidalklappeninsuffizienz
Die Trikuspidalklappe liegt zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer. Von einer Trikuspidalklappeninsuffizienz spricht man, wenn diese Klappe nicht mehr richtig schließt und „undicht“ ist. Das kommt fast so häufig vor wie eine Undichtigkeit der Mitralklappe.

Bei der Trikuspidalklappe liegen die Ursachen jedoch häufiger in sogenannten funktionellen Veränderungen: Die Klappenstrukturen selbst sind oft noch intakt, aber die Klappe bzw. ihr Halteapparat werden durch eine Vergrößerung des rechten Vorhofs oder der rechten Herzkammer auseinandergezogen und schließen dadurch nicht mehr richtig.

Solche Vergrößerungen des rechten Herzens entstehen häufig als Folge einer langjährigen Herzschwäche des linken Herzens oder eines Bluthochdrucks in den Lungengefäßen, der das rechte Herz zusätzlich belastet. Betroffene Patientinnen und Patienten sind daher meist schwer erkrankt und kommen aufgrund des hohen Risikos in der Regel nicht für eine Operation an der Trikuspidalklappe infrage.

TriClip / PASCAL-Verfahren
Durch die Entwicklung kathetergestützter Reparaturverfahren gibt es für diese Patient:innengruppe erstmals eine Behandlungsoption.

Ähnlich wie beim Mitralklappen-Clipping wird beim PASCAL-Verfahren an der Trikuspidalklappe das Implantat über eine Vene in der Leiste in den rechten Vorhof vorgeschoben. Dort wird das PASCAL-Device an der Stelle der größten Undichtigkeit positioniert, die Segel der Trikuspidalklappe werden erfasst und näher zusammengeführt, sodass die Undichtigkeit verringert wird.

Anders als die Mitralklappe besitzt die Trikuspidalklappe drei Segel, was den Eingriff häufig komplexer macht. Daher kann es nötig sein, zwei PASCAL-Devices einzusetzen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose.

Device-Therapie

Ein Ereignisrecorder ist ein kleines Dauer-EKG (etwa in USB-Stick-Größe), das unter die Haut eingesetzt wird und den Herzrhythmus über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren überwachen kann.

Eingesetzt wird ein Ereignisrecorder zum Beispiel:

  • bei selten auftretender Bewusstlosigkeit (Synkopen), wenn andere Untersuchungen (z.B. Langzeit-EKG, 7-Tage-Recorder) keine Ursache gezeigt haben
  • nach unklaren (kryptogenen) Schlaganfällen, bei denen ein Vorhofflimmern als Ursache vermutet wird, bisher aber nicht nachgewiesen werden konnte
  • zur Kontrolle nach einer Ablation von Vorhofflimmern, um sicherzustellen, dass keine Rhythmusstörungen mehr auftreten

Werden im Ereignisrecorder relevante Herzrhythmusstörungen festgestellt, prüfen wir, ob weitere Behandlungsmaßnahmen wie zum Beispiel eine Blutverdünnung sinnvoll sind.

Eingriff und Nachsorge
Der Einsatz erfolgt in örtlicher Betäubung:
Links neben dem Brustbein wird ein kleiner Hautschnitt gesetzt und der Ereignisrecorder wird unter die Haut eingeschoben. Anschließend wird die Haut mit einem Faden vernäht.

Der Eingriff dauert etwa zehn Minuten. Je nach verwendetem Faden muss dieser etwa zehn Tage nach der Operation durch die Hausärztin oder den Hausarzt entfernt werden.

Die erste Gerätekontrolle findet in der Regel nach vier bis sechs Wochen statt, weitere Kontrollen erfolgen meist alle drei bis sechs Monate beim niedergelassenen Kardiologen/ niedergelassene Kardiologin.

Tritt ein erneutes Ereignis wie Bewusstlosigkeit oder starkes Herzrasen auf, sollte das Gerät möglichst zeitnah ausgelesen werden, um die Ursache der Beschwerden abklären zu können.

Der Herzschlag wird normalerweise vom natürlichen Taktgeber des Herzens, dem Sinusknoten, und der elektrischen Leitung vom Vorhof zur Hauptkammer (AV-Knoten) gesteuert. Ist diese Steuerung gestört, kann sich der Puls stark verlangsamen (Bradykardie) oder sogar für einige Sekunden aussetzen (Asystolie).

Typische Folgen sind:

  • Schwindel
  • Ohnmachtsanfälle (Synkopen)
  • ausgeprägte Leistungs- und Kraftlosigkeit

In solchen Fällen kann ein Herzschrittmacher die gestörte Funktion übernehmen und den Herzschlag wieder normalisieren.

Es stehen verschiedene Schrittmachersysteme zur Verfügung, die je nach Art der Rhythmusstörung eingesetzt werden:

  • Einkammer-Herzschrittmacher: Eine Elektrode liegt entweder im rechten Vorhof oder in der rechten Herzkammer.
  • Zweikammer-Herzschrittmacher: Eine Elektrode befindet sich im rechten Vorhof, eine zweite in der rechten Herzkammer.

Operation
Die Implantation eines Herzschrittmachers ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff in örtlicher Betäubung:

  • Unterhalb des Schlüsselbeins wird ein etwa fünf Zentimeter langer Hautschnitt zwischen Schulter- und Brustmuskel gesetzt.
  • Über eine Vene an der Schulter werden unter Röntgenkontrolle – je nach System – eine oder zwei Elektroden ins Herz vorgeschoben 
  • Anschließend werden die Elektroden mit dem Schrittmacher verbunden.
  • Der Schrittmacher selbst wird in eine kleine „Tasche“ unter der Haut eingelegt und die Haut vernäht.

Die Operationsdauer beträgt meist zwischen 45 Minuten und 1,5 Stunden.

Nachsorge
Die Nachsorge kann in unserer Klinik oder beim niedergelassenen Kardiologen/ bei der niedergelassenen Kardiologin erfolgen:

  • Die erste Kontrolle findet üblicherweise 4–6 Wochen nach der Implantation statt.
  • Danach erfolgen Kontrollen in der Regel alle sechs Monate.

Mit einem speziellen Abfragegerät kann der Herzschrittmacher ausgelesen, überprüft und – falls nötig – individuell angepasst (umprogrammiert) werden.

Das CSP LBB-Pacing (Conduction System Pacing – Left Bundle Branch) ist eine moderne Methode der Schrittmachertherapie. Dabei wird der linke Herzschenkel (Left Bundle Branch, LBB) gezielt stimuliert.

Im Unterschied zu herkömmlichen Schrittmachersystemen wird damit die natürliche Erregungsleitung des Herzens besser nachgeahmt. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige („synchronere“) Kontraktion der Herzkammern, sodass das Risiko einer schrittmacherbedingten Herzschwäche verringert werden kann – insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit einem Linksschenkelblock (LBBB).

Das Verfahren erfordert entsprechende Erfahrung in der Implantation. In unserer Klinik ist das LBB-Pacing inzwischen ein etabliertes und vielfach angewandtes Verfahren zur Schrittmacherimplantation.

Ein kabelloser Schrittmacher wie der Micra® ist eine winzige Kapsel, die direkt im Herzen eingesetzt wird, um den Herzschlag zu regulieren– ohne die sonst üblichen Kabel (Elektroden).

Der Eingriff erfolgt minimal-invasiv:

  • Über eine Vene in der Leiste wird ein Katheter bis zur rechten Herzkammer vorgeschoben.
  • Der Schrittmacher wird über diesen Katheter an der Herzwand fixiert.

Da kein Schrittmachergehäuse unter der Haut und keine Sonden über die Vene zum Herzen geführt werden müssen, können bestimmte Komplikationen wie Infektionen der Schrittmachertasche reduziert werden. Außerdem ist von außen keine sichtbare Narbe oder „Beule“ zu sehen.

Der kabellose Micra®-Schrittmacher ist für ausgewählte Patient:innengruppen und bestimmte medizinische Situationen eine sinnvolle Alternative zum herkömmlichen Herzschrittmacher.

Ein implantierbarer Defibrillator (ICD) hat die Aufgabe, Patientinnen und Patienten vor dem plötzlichen Herztod zu schützen, der durch sehr schnelles Herzrasen aus den Herzkammern (Kammertachykardie oder Kammerflimmern) ausgelöst werden kann.

Der ICD überwacht ständig den Herzrhythmus. Treten gefährliche Rhythmusstörungen auf, kann das Gerät:

  • diese zunächst mit schnellen, fein dosierten elektrischen Impulsen überstimulieren
  • oder – falls nötig – mit einem Elektroschock beenden

Jeder ICD besitzt zusätzlich eine Schrittmacherfunktion und kann das Herz bei zu langsamem Puls stimulieren.

Man unterscheidet zwei Einsatzbereiche:

  • Primärprophylaxe: Bis zur ICD-Implantation ist noch keine lebensbedrohliche Rhythmusstörung aufgetreten, es besteht aber aufgrund einer bestehenden Herzerkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod.
  • Sekundärprophylaxe: Es hat bereits eine schwere Rhythmusstörung oder ein überlebter plötzlicher Herztod stattgefunden. Um weitere Ereignisse zu verhindern, wird ein ICD implantiert.

Operation
Die Implantation eines ICD ähnelt der eines Herzschrittmachers:

  • Die Geräte sind etwas größer, die Elektroden etwas dicker.
  • Bei sehr schlanken Patientinnen und Patienten wird das Aggregat teilweise nicht im Unterhautfettgewebe, sondern etwas tiefer in einer Muskeltasche des Brustmuskels platziert.

Die Operationsdauer beträgt in der Regel ca. 45 Minuten bis 1,5 Stunden.

Nachsorge
Die Nachsorge kann in der Klinik oder beim niedergelassenen Kardiologen/ bei der niedergelassenen Kardiologin erfolgen:

  • Die erste Kontrolle findet üblicherweise 4–6 Wochen nach der Implantation statt.
  • Danach erfolgen Kontrollen in der Regel alle sechs Monate.

Mit einem speziellen Abfragekopf kann das Gerät ausgelesen, überprüft und – wenn nötig – individuell angepasst (umprogrammiert) werden.

Ein subkutaner ICD (S-ICD) dient – genau wie ein herkömmlicher ICD – dazu, Patientinnen und Patienten vor dem plötzlichen Herztod zu schützen. Der entscheidende Unterschied:

  • Beim konventionellen (transvenösen) ICD verlaufen die Elektroden über ein Blutgefäß direkt ins Herz.
  • Beim S-ICD werden die Elektrode und das Aggregat nur unter der Haut (subkutan) platziert – ohne Elektroden im Herzen selbst.

Das Aggregat sitzt seitlich am Brustkorb (etwa auf Höhe der 6. Rippe), die Elektrode verläuft meist links neben dem Brustbein unter der Haut.

Vorteile des S-ICD
Der große Vorteil dieses Systems ist, dass bestimmte Komplikationen eines konventionellen ICD und seiner Elektroden – wie Sondenbrüche, Sondeninfektionen oder Herzklappenentzündungen – nicht oder nur mit weniger gravierenden Folgen auftreten können.

Allerdings kann der S-ICD – anders als herkömmliche Systeme – weder:

  • schnelle Herzrhythmusstörungen aus der Hauptkammer durch Überstimulation behandeln
  • noch eine dauerhafte Schrittmacherfunktion übernehmen

Er ist ausschließlich zur Schocktherapie bei lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen geeignet.

Für wen eignet sich ein S-ICD?
Ein subkutaner ICD kommt insbesondere für folgende Personengruppen in Frage:

  • Jüngere Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für plötzlichen Herztod und angeborenen Herzrhythmusstörungen (z.B. Brugada-Syndrom, kurzes QT-Syndrom, CPVT etc.)
  • Patientinnen und Patienten mit Gefäßverhältnissen, die eine konventionelle ICD-Implantation nicht zulassen
  • Patientinnen und Patienten nach Infektion oder Defekt eines herkömmlichen ICD-Systems oder nach Herzklappenentzündungen, bei denen keine neue transvenöse Sonde eingesetzt werden soll

Operation
Die Implantation erfolgt in Vollnarkose:

  • Links am seitlichen Brustkorb wird ein Hautschnitt gesetzt.
  • Die Elektrode wird unter der Haut (subkutan) entlang der Rippe und seitlich am Brustbein nach oben getunnelt.
  • Anschließend wird die Elektrode mit dem ICD-Aggregat verbunden.
  • Das Aggregat wird in einer Tasche zwischen dem großen Rückenmuskel und dem vorderen Brustwandmuskel eingebettet.

Die Operationsdauer beträgt etwa eine Stunde.

Nachsorge
Die Nachsorge kann in der Klinik erfolgen. Soll eine Kontrolle bei der niedergelassenen Kardiologin/ beim niedergelassenen Kardiologen stattfinden, sollte vorher geklärt werden, ob das jeweilige System dort ausgelesen werden kann.

  • Die erste Kontrolle erfolgt in der Regel nach 4–6 Wochen.
  • Über einen speziellen Abfragekopf kann das Gerät ausgelesen, überprüft und bei Bedarf umprogrammiert werden.

Beim S-ICD werden Kontrollen üblicherweise alle vier Monate empfohlen.

Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) ist ein spezielles Schrittmachersystem zur Behandlung bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Bei bestimmten elektrischen Leitungsstörungen im Herzen (sogenannter Linksschenkelblock) ziehen sich die Herzkammern nicht mehr gleichzeitig, sondern zeitversetzt und unkoordiniert zusammen. Bei einem bereits vorgeschädigten Herzen verschlechtert das die Pumpleistung zusätzlich.

Ziel der kardialen Resynchronisationstherapie ist es, diese unharmonischen (asynchronen) Herzaktionen wieder zu synchronisieren und so die Herzleistung zu verbessern.

Wichtig:
Die CRT ersetzt die medikamentöse Therapie der Herzschwäche nicht, sondern ergänzt sie. Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz ohne Linksschenkelblock profitieren von dieser Therapie in der Regel nicht.

Operation
Der Eingriff ähnelt einer Schrittmacher- oder ICD-Implantation:

  • In der Regel werden drei Elektroden eingesetzt: 
    • eine im rechten Vorhof
    • eine in der rechten Herzkammer
    • eine auf der linken Herzkammer
  • Das Auffinden einer guten Position für die Elektrode an der linken Herzkammer kann anspruchsvoll sein und verlängert die Operationsdauer.

Insgesamt dauert der Eingriff meist zwei bis drei Stunden.

Nachsorge
Die Nachsorge kann in der Klinik oder beim niedergelassenen Kardiologen/ bei der niedergelassenen Kardiologin erfolgen:

  • Die erste Kontrolle findet in der Regel 4–6 Wochen nach der Operation statt.
  • Danach werden Kontrollen üblicherweise alle 3–4 Monate durchgeführt.

Mit einem gerätespezifischen Abfragekopf kann das CRT-System ausgelesen, überprüft und – falls erforderlich – individuell nachprogrammiert werden.

Die LifeVest ist ein tragbarer Defibrillator und bietet – ähnlich wie ein implantierbarer Defibrillator (ICD) – Schutz vor dem plötzlichen Herztod.

Sie besteht aus zwei Teilen: Einer Weste und einem Monitor, die beide unter der Kleidung getragen werden. Die LifeVest überwacht den Herzrhythmus rund um die Uhr. Tritt eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung auf (z.B. Kammertachykardie oder Kammerflimmern), gibt das System automatisch einen Elektroschock ab und so den normalen Herzrhythmus wiederherstellen.

Eingesetzt wird die LifeVest vor allem bei Patient:innen, die mutmaßlich nur vorübergehend durch eine eingeschränkte Pumpkraft des Herzens ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod haben, zum Beispiel:

  • nach einem Herzinfarkt,
  • bei einer Herzmuskelentzündung oder Herzschwäche,

Durch das Tragen der Weste gewinnt man Zeit, um die Wirkung von Kathetereingriffen oder einer medikamentösen Therapie über einige Wochen abzuwarten. Verbessert sich die Herzfunktion dauerhaft, kann in manchen Fällen auf eine dauerhafte Defibrillatorimplantation verzichtet werden.

Die kardiale Kontraktilitätsmodulation (CCM) kommt für Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche in Frage, die einen schmalen QRS-Komplex im EKG haben – also für jene, bei denen eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT, s. oben) nicht geeignet ist – und die trotz optimaler medikamentöser Behandlung weiterhin unter Beschwerden wie Luftnot, Schwindel oder Leistungsschwäche leiden.

Bei einem Teil dieser Patient:innen kann durch CCM eine deutliche Steigerung der Herzkraft sowie eine Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit und der Lebensqualität erreicht werden. Langzeiterfahrungen über Zeiträume von mehr als zwei bis drei Jahren stehen allerdings noch aus.

Die Therapie erfolgt über ein spezielles Herzschrittmachersystem (Optimizer™ IVs, Impulse Dynamics, USA): Das Aggregat erzeugt hochenergetische elektrische Impulse, die über zwei transvenöse Schrittmacherelektroden ins Herz geleitet werden.

Anders als bei regulären Herzschrittmachern lösen diese Impulse keinen Herzschlag aus, sondern führen zu Veränderungen auf zellulärer Ebene im Herzmuskel.

Diese Systeme verfügen nicht über Herzschrittmacher‑ oder ICD‑Funktionen. Bei Patientinnen und Patienten, die zusätzlich einen Schrittmacher oder ICD benötigen, müssen sie daher zusätzlich implantiert werden. Aufgrund des höheren Energieverbrauchs besitzt das Aggregat eine wiederaufladbare Batterie, die einmal wöchentlich von den Patient:innen selbst aufgeladen wird.

Operation
Der Eingriff ist dem einer Herzschrittmacherimplantation sehr ähnlich (s. oben). Das CCM-Aggregat wird meistens unterhalb des rechten Schlüsselbeins eingesetzt, da bei den meisten Betroffenen auf der linken Seite bereits ein ICD-Aggregat liegt.

Nachsorge
Die Nachsorge erfolgt in erster Linie in der Klinik, häufig kombiniert mit einer ggf. notwendigen Schrittmacher‑/ICD‑Kontrolle:

  • Die erste Kontrolle findet in der Regel 4–6 Wochen nach der Operation statt.
  • Anschließend erfolgen Kontrollen üblicherweise alle 3–4 Monate.

Mit einem gerätespezifischen Abfragekopf kann das System ausgelesen, überprüft und bei Bedarf individuell angepasst (umprogrammiert) werden.

Häufig gestellte Fragen
Wie läuft eine Herzkatheteruntersuchung ab?

Im St. Franziskus-Hospital bieten wir sowohl ambulante als auch stationäre Herzkatheteruntersuchungen an:

Ambulant in der kardiologischen Tagesklinik
Bei geplanten, rein diagnostischen Herzkatheteruntersuchungen ohne wesentliche Begleiterkrankungen kann die Untersuchung ambulant erfolgen. In vielen Fällen können Sie das Krankenhaus dann noch am selben Tag wieder verlassen. 
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Stationär
Eine stationäre Aufnahme kann sinnvoll oder notwendig sein, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Behandlung erforderlich ist, relevante Vorerkrankungen bestehen oder es sich um einen Notfall handelt, zum Beispiel bei einem akuten Herzinfarkt.

Ob eine ambulante oder stationäre Untersuchung infrage kommt, entscheiden wir immer individuell im Vorgespräch mit Ihnen.

Die Aufenthaltsdauer hängt von der Art des Eingriffs und Ihrem Gesundheitszustand ab.

Bei einer ambulanten, rein diagnostischen Untersuchung bleiben Sie nach dem Eingriff noch einige Stunden zur Überwachung in der kardiologischen Tagesklinik. Wenn alles unauffällig ist, können Sie in der Regel am selben Tag nach Hause gehen.

Wenn im Rahmen des Herzkatheters auch eine Behandlung erforderlich ist, kann ein stationärer Aufenthalt notwendig sein. Bei akuten oder komplexen Krankheitsbildern kann sich der Aufenthalt entsprechend verlängern.

Ihr behandelndes Team informiert Sie vorab über die voraussichtliche Aufenthaltsdauer. Bitte beachten Sie, dass diese je nach individueller Situation unterschiedlich sein kann.

Der Ablauf einer Herzkatheteruntersuchung ist im St. Franziskus-Hospital klar strukturiert:

  1. Vorbereitung
    Zunächst erfolgen das Aufnahmegespräch, die Kontrolle wichtiger Vorbefunde und die Aufklärung über Ablauf und Risiken. Anschließend wird die Einstichstelle vorbereitet, meist am Handgelenk, seltener in der Leiste.
     
  2. Untersuchung
    Der Zugang wird örtlich betäubt. Danach wird ein dünner Katheter bis zum Herzen vorgeschoben. Mithilfe von Kontrastmittel und Röntgenaufnahmen können die Herzkranzgefäße dargestellt werden.
     
  3. Gegebenenfalls Behandlung
    Wenn sich eine relevante Engstelle zeigt, kann sie häufig direkt in derselben Sitzung behandelt werden, zum Beispiel mit Ballonaufdehnung und Stentimplantation.
     
  4. Überwachung
    Nach dem Eingriff wird die Einstichstelle versorgt. Anschließend erfolgt die Überwachung in der kardiologischen Tagesklinik oder auf Station.

 

Die reine Herzkatheteruntersuchung dauert in der Regel etwa 15 bis 30 Minuten.

Wenn zusätzlich eine Behandlung durchgeführt wird, etwa eine Ballonaufdehnung oder eine Stentimplantation, kann der Eingriff entsprechend länger dauern. Hinzu kommen außerdem die Zeiten für Vorbereitung und Überwachung nach der Untersuchung.

Insgesamt sind Sie daher deutlich länger bei uns als nur für die eigentliche Katheterzeit.

Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden eine Herzkatheteruntersuchung nicht als stark schmerzhaft.

Die Einstichstelle am Handgelenk oder in der Leiste wird örtlich betäubt. Dabei kann es kurz wie bei einer Spritze piksen oder brennen. Während der Untersuchung spüren die meisten Menschen den Katheter selbst nicht.

Beim Einspritzen von Kontrastmittel kann vorübergehend ein Wärmegefühl entstehen. Dieses klingt in der Regel rasch wieder ab.

Damit die Einstichstelle gut heilen kann und keine Nachblutungen auftreten, empfehlen wir:

  • Körperliche Schonung für einige Tage
    • Kein schweres Heben, Tragen oder intensiver Sport.
  • Beim Zugang über die Leiste:
    • starke Beugebewegungen in der Hüfte (z.B. tiefes Hocken, starkes Treppensteigen) möglichst vermeiden.
  • Beim Zugang über das Handgelenk:
    • zunächst keine schweren Taschen oder Lasten mit der betroffenen Hand tragen.

Außerdem wichtig:

  • Die Einstichstelle sauber und trocken halten.
  • Auf Rötung, Schwellung oder Blutung achten und bei Auffälligkeiten Kontakt mit uns oder Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt aufnehmen.
  • Verordnete Medikamente (insbesondere Blutverdünner nach Stentimplantation) genau nach Anweisung einnehmen.

Welche Verhaltensregeln nach der Untersuchung für Sie gelten, hängt vom Zugangsweg und vom Eingriff ab. Die für Sie passenden Hinweise erhalten Sie bei der Entlassung schriftlich und im persönlichen Gespräch

Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet. Medizinisch gibt es jedoch einen Unterschied.

Die Herzkatheteruntersuchung ist der Oberbegriff für verschiedene Untersuchungen und Eingriffe, bei denen ein Katheter bis zum Herzen oder in große Gefäße vorgeschoben wird. Dazu gehören zum Beispiel die Koronarangiografie, der Rechtsherzkatheter oder bestimmte Klappen- und Struktureingriffe.

Die Koronarangiografie ist eine spezielle Form der Herzkatheteruntersuchung. Dabei werden ausschließlich die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel dargestellt, um Engstellen oder Verschlüsse zu erkennen.

Ja. Im St. Franziskus-Hospital Münster steht für Patientinnen und Patienten mit akuten Brustschmerzen eine zertifizierte Chest Pain Unit zur Verfügung.

Dort können Brustschmerzen, akute Luftnot oder unklare Beschwerden im Brustbereich rund um die Uhr rasch abgeklärt werden, unter anderem mit EKG und Blutuntersuchungen. Falls erforderlich, erfolgt direkt die Übernahme in das Herzkatheterlabor.

Unser Herzkatheterlabor ist auf die schnelle Versorgung akuter Herzinfarkte ausgerichtet und arbeitet dabei eng mit Notaufnahme und Intensivstation zusammen. So können verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße im Notfall rasch behandelt werden.