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Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie, Infektiologie

St. Franziskus-Hospital Münster

Department Diabetologie
Ihre Spezialistinnen und Spezialisten für Diabetes mellitus

Diabetes mellitus gehört weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen, und die Zahl der Betroffenen nimmt weiter zu. In Deutschland leben schätzungsweise rund acht Millionen Menschen mit Diabetes – im Krankenhaus ist der Anteil an Patientinnen und Patienten mit Diabetes sogar noch deutlich höher.

In der Diabetologie und Ernährungsmedizin am St. Franziskus-Hospital Münster betreut unser erfahrenes Team Menschen mit allen Formen des Diabetes mellitus. Dazu gehören akute Stoffwechselentgleisungen ebenso wie Patientinnen und Patienten, die wegen Diabetes-Folgeerkrankungen in anderen Fachabteilungen behandelt werden.

Ein zentrales Ziel der Diabetologie ist es, Menschen mit Diabetes zu stärken, damit sie ihre Erkrankung im Alltag selbstbewusst und eigenverantwortlich managen können. Moderne Diabetes-Beratung und Diabetes-Schulung sind dafür ein wichtiger Baustein.

Unsere Schwerpunkte in der Diabetologie

Wir betreuen unter anderem:

  • Menschen mit neu diagnostiziertem Diabetes mellitus
  • Patient:innen mit Typ‑1‑ und Typ‑2‑Diabetes
  • Menschen mit anderen Stoffwechselerkrankungen, z.B. in Verbindung mit Übergewicht oder Fettstoffwechselstörungen
  • Patient:innen mit Diabetes-Folgeerkrankungen, z.B. an Gefäßen, Nerven, Nieren oder Augen

Während eines stationären Aufenthalts werden Blutzuckerwerte engmaschig kontrolliert und die Therapie individuell angepasst – etwa durch:

  • Einstellung oder Umstellung einer Insulintherapie
  • Optimierung von Tabletten (oralen Antidiabetika)
  • Kombination verschiedener Diabetesmedikamente
  • Berücksichtigung von Begleiterkrankungen und anderen Medikamenten

Die Behandlung erfolgt in enger Abstimmung mit anderen Fachbereichen des St. Franziskus-Hospitals.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Durch Nervenschäden (Polyneuropathie), Durchblutungsstörungen und eine erhöhte Infektanfälligkeit können am Fuß schwer heilende Wunden entstehen, die oft lange unbemerkt bleiben.

In unserem interdisziplinären Behandlungskonzept arbeiten Diabetologie, Gefäßchirurgie der Klinik für Kinder- und Neuroorthopädie eng zusammen, um:

  • die Durchblutung zu verbessern,
  • Wunden bestmöglich zu versorgen,
  • Druckstellen konsequent zu entlasten
  • und Amputationen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Im Rahmen von Schulungen und Beratungen wird zudem vermittelt, wie Patientinnen und Patienten ihre Füße regelmäßig kontrollieren und durch gute Pflege schützen können.

Unsere Beratungen und Schulungen orientieren sich an den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) und werden individuell auf die Situation, Fragen und Möglichkeiten der Patient:innen abgestimmt. Die Einzelberatungen finden im Schulungsraum oder direkt am Krankenbett statt. Auf Wunsch können Angehörige einbezogen werden, um im Alltag besser unterstützen zu können.

Für eine ganzheitliche Betreuung arbeitet das Diabetologie-Team eng mit Ernährungsberaterinnen und -beratern, Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften zusammen. Zusätzlich bieten wir strukturierte Gruppenschulungen für Diabetes in Kooperation mit der diabetologischen Schwerpunktpraxis „Zentrum für Diabetes und Gefäßerkrankungen“ an. Dabei werden praktische Inhalte vermittelt – zum Beispiel zum Umgang mit Insulin, zur Blutzuckerselbstkontrolle, zur Fußpflege und zur Ernährung bei Diabetes mellitus.

Themenschwerpunkte unserer Beratung und Schulung:

  • Grundlagen zu Diabetes mellitus Typ 1, Typ 2 und anderen Diabetesformen 
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Ernährung, Bewegung und Gewichtsmanagement 
  • Orale Antidiabetika und Insulintherapie 
  • Blutzucker- und Harnzuckerkontrolle 
  • Erkennen und Behandeln von Über- und Unterzuckerungen (Hyper-/Hypoglykämie) 
  • Fußpflege und Prävention diabetischer Folgeschäden 
  • Anpassung der Insulindosis 
  • Verhalten in besonderen Alltagssituationen 

Ernährung spielt bei Diabetes mellitus eine zentrale Rolle. In der Ernährungsberatung werden alltagstaugliche Konzepte erarbeitet, die zur Lebenssituation der Patient:innen passen. Inhalte sind zum Beispiel:

  • Zusammenhänge zwischen Ernährung und Blutzucker
  • Mahlzeitenplanung im Alltag
  • Verhalten bei besonderen Situationen (Feiern, Reisen, Sport)
  • Gewichtsreduktion, wenn dies medizinisch sinnvoll ist

Ziel ist es nicht, „strenge Diäten“ vorzugeben, sondern gemeinsam einen Weg zu finden, der langfristig umsetzbar ist und die Lebensqualität erhält.

Häufige Fragen zur Diabetologie

Während des Aufenthalts werden Blutzuckerwerte regelmäßig gemessen und die Therapie schrittweise angepasst. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Umstellung auf Insulin oder Anpassung der Insulindosis
  • Veränderung der Tablettenmedikation
  • Anpassung an Begleiterkrankungen und Alltagssituationen

Begleitend erfolgen ärztliche Gespräche, Diabetes-Beratung und – wenn möglich – Schulungen, damit die Behandlung nach der Entlassung im Alltag sicher weitergeführt werden kann.

Eine Diabetes-Schulung hilft, die eigene Erkrankung besser zu verstehen und im Alltag sicherer damit umzugehen. Typische Inhalte sind:

  • Grundlagen von Diabetes mellitus
  • Umgang mit Insulin und anderen Medikamenten
  • Blutzuckermessung und Zielwerte
  • Ernährung bei Diabetes
  • Erkennen und Behandeln von Unter- und Überzuckerungen

Die Schulungen werden an den Wissensstand und die Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten angepasst und finden als Einzel- oder Gruppenschulung statt.

Ja, Angehörige können auf Wunsch einbezogen werden. Gerade bei älteren oder schwerer erkrankten Patient:innen ist es hilfreich, wenn nahestehende Personen die Therapie, Ernährungsempfehlungen und Warnzeichen für Unter- oder Überzuckerung kennen. Im Gespräch wird gemeinsam besprochen, wie Unterstützung im Alltag konkret aussehen kann.

Das diabetische Fußsyndrom bezeichnet Wunden, Druckstellen oder Infektionen am Fuß, die bei Menschen mit Diabetes häufiger auftreten. Ursache sind meist eine Kombination aus Nervenschädigung, Durchblutungsstörung und vermindertem Schmerzempfinden – kleine Verletzungen werden spät bemerkt und können sich entzünden.

Vorbeugende Maßnahmen sind unter anderem:

  • tägliche Kontrolle der Füße auf Rötungen, Druckstellen oder Verletzungen
  • passende, bequeme Schuhe und Socken
  • regelmäßige ärztliche Fußkontrollen
  • sorgfältige, aber schonende Fußpflege
  • eine möglichst gute Blutzuckereinstellung

Diese Themen werden in der Diabetes-Schulung und in Einzelberatungen ausführlich besprochen.

Nach der Entlassung übernehmen in der Regel Hausärzt:innen und niedergelassene Diabetolog:innen die weitere Behandlung. Die Diabetologie am St. Franziskus-Hospital Münster arbeitet eng mit der diabetologischen Schwerpunktpraxis „Zentrum für Diabetes und Gefäßerkrankungen“ und weiteren Praxen zusammen. So können Therapieanpassungen, Schulungsinhalte und weitere Empfehlungen nahtlos im ambulanten Bereich fortgeführt werden.

Aktuelle Studien zu Diabetes mellitus

Tirzepatid versus Semaglutid bei Typ-2-Diabetes – bessere Blutzuckerkontrolle und Gewichtsreduktion.
Frias JP, et al. NEJM, 2022; 385:503-515.

Vergleich verschiedener Zweitlinientherapien bei Typ-2-Diabetes hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit.
GRADE Research Group. NEJM, 2022; 387:1063-1074.

Empagliflozin verlangsamt das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen bei Menschen mit und ohne Diabetes.
Herrington WG, et al. NEJM, 2023; 388:117-127.